Von Gabi Rückert
Teilchenphysiker Michael Eppard aus Genf referiert bei der Kinderuni
Bei der Kinderuni-Vorlesung gab es am Samstag gleich zwei "Stars". Ein kleiner und ein großer. Mira Fee Wittig heißt die Nachwuchsstudentin, die ihren Kinderuni-Ausweis inzwischen voll abgestempelt hat. Dafür hat ihr der Vizepräsident der Johannes Gutenberg-Universität, Prof. Dr. Jürgen Oldenstein, vor den mehr als 500 Kommilitonen ein Kinderuni-Diplom überreicht. "Mira Fee ist die erste, die dieses Diplom bekommt, jedes Kind, das von nun an seinen Ausweis komplett voller Stempel hat, wird ebenfalls ein Diplom erhalten", versprach Oldenstein und setzte der Absolventin einen Diplomandenhut auf den Kopf. Dieses und mehr hat der eigentliche "Star" des Tages, Dr. Michael Eppard, der eigens für die Vorlesung aus Genf anreiste, längst hinter sich. Was sich der Teilchenphysiker aber behalten hat, sind die Neugier und der Forscherdrang, mit dem der geborene Mainzer nun am weltgrößten Forschungszentrum für Teilchenphysik "Cern" in Genf seiner Berufung nachgeht. Denn den Wunsch, Physiker zu werden, hatte er bereits mit 16 Jahren. In rasantem Tempo schildert Eppard, was Teilchenphysiker so tun. Weil es so schwer vorstellbar ist, wie klein die Teilchen wirklich sind, wirft er Bilder an die Leinwand: "Die Größe dieses Rosenstocks ist uns vertraut, wenn wir etwas heranzoomen können wir ein Blatt mit einer Fliege drauf erkennen, das ist dann etwa ein Zentimeter groß." So tastet sich der Wissenschaftler über die Zellen, die unter einem Mikroskop zu erkennen sind, an das Atom und den Atomkern über das Proton an die "Quarks" heran. "Diese Quarks sind unsere Elementarteilchen, aus denen alles besteht", erklärt Eppard. Und je kleiner die Teilchen sind, desto größer und stärker müsse das Mikroskop sein. Und das ist in der Teilchenphysik eben eine riesige Maschine, die vier Milliarden Euro gekostet hat und an der zehn Jahre lang gebaut wurde. Stolz berichtet der Forscher vom LHC, der Maschine, die bei Genf 100 Meter unter der Erde steht. Hier ist der Arbeitsplatz des Teilchenphysikers, hier führt er mit 8000 Physikern aus der ganzen Welt die Versuche durch: "In einem 27 Kilometer langen Tunnel, das ist die Strecke von Wiesbaden nach Mainz, lassen wir Protonen aufeinander knallen und untersuchen, welche Teilchen dann entstehen", schildert Dr. Eppard. "Wir machen so aus Erdbeeren Bananen", beschreibt der Physiker die Dimension, in der sich die Versuche abspielen. Das heißt, aus der Masse der Protonen entsteht durch die Geschwindigkeit eine Energie, die, wenn sie aufeinanderknallt, etwas Neues produziert. So erklären die Physiker den Urknall. Ein riesiger Detektor, bei dem 7000 Tonnen Stahl verbaut worden sind, macht Aufnahmen von den Teilchen und sortiert auch gleich die brauchbaren von den unbrauchbaren aus. "Schwarze Löcher gibt es ebenfalls, aber nur in der Natur, die werden wir nie nachbilden können", so Eppard.

