Von Michael Heinze
Kraftwerksgegner protestieren vor Theater gegen "Dinosauriertechnologie"
Fünf Meter hoch war das "Dinosaurier-Kohlekraftwerk", mit dem gestern Aktive des Aktionsbündnisses "Zukunft statt Kohle" gemeinsam mit regionalen Bürgerinitiativen auf dem Gutenbergplatz gegen das von der Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG (KMW) geplante Kohlekraftwerk demonstrierten. 1 500 CO2-Ballons, die die Gefahr der Kohleverbrennung für das Klima symbolisieren sollten, stiegen vor der Kulisse des Staatstheaters aus dem "Kohlosaurus" gen Himmel. Auf Plakaten forderten die Demonstranten: "Dinosaurier-Technologie stoppen!" Mit dem "Kohlosaurus" zieht das Aktionsbündnis bis Ende Oktober durch zehn Städte, in denen über neue Kohlekraftwerke entschieden werden soll. Getragen wird die Aktion von der Klima-Allianz als Klimaschutzbündnis aus über hundert Organisationen, dem Online-Kampagnen-Netzwerk Campact, dem Portal Wir-Klimaretter.de und der Deutschen Umwelthilfe. "Die offizielle SPD-Linie, die Umweltminister Gabriel vertritt, ist eine andere als sie in Mainz vom `Kohle-Beutel` vertreten wird", betonte Jörg Jordan (SPD), ehemaliger hessischer Minister für Landesentwicklung bei einer Diskussionsrunde vor 150 Zuhörern. "Dieses Mainzer Objekt ist ein absolut perverses Objekt." OB Beutel wie sein Wiesbadener Kollege Dr. Helmut Müller (CDU) zeigten "ein merkwürdiges Demokratieverständnis: Sie versuchen zu verhindern, dass die Bürger Recht bekommen". Zur Verringerung des Schadstoffausstoßes, den die KMW in Aussicht stellt (siehe nebenstehenden Bericht), meinte die Grünen-Stadträtin Tabea Rößner: "Wenn das eine wirkliche Verbesserung wäre, ist das zu begrüßen." Nichtsdestotrotz sei das Kohlekraftwerk "natürlich keine Option in Mainz". CDU-Stadrat Prof. Michael Pietsch versteht nicht, "warum plötzlich noch mal Nachbesserungen möglich sind - die Unglaubwürdigkeit der KMW wird damit wieder belegt". Dr. Gunther Schwarz von der Ärzteinitiative gegen das Kohlekraftwerk sprach von einem "nervösem Rudern der KMW - weil sie jetzt sehen, dass ihnen die Felle davonschwimmen".

