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Mainz 

Bühnenspiel stärkt Jugendliche

16.09.2008

Von Mara Braun

Theaterpädagogin bietet am Staatstheater Workshops für junge Leute an

Junge Menschen fürs Theater zu begeistern, das ist ein Anliegen der Theaterpädagogin Walburg Schwenke. Unter anderem soll dieses Unterfangen am Staatstheater mit dem Jugendclub gelingen, der Theater-Workshops sowie spezielle Veranstaltungen für 15- bis 25-Jährige anbietet.

Fester Bestandteil des Angebots ist der Theater-Workshop in den Sommerferien. Bis zu 20 Teilnehmer werden dabei zugelassen, "darüber starten wir aber eine Warteliste", erklärt Schwenke - mit mehr Teilnehmern sei das intensive gemeinsame Arbeiten nicht möglich. Jana Münkel hat bereits zum zweiten Mal am Sommerworkshop teilgenommen, war zudem vergangene Saison in der Jugendclub-Produktion "Eine Odyssee" im TiC zu sehen. "Ich gehe wahnsinnig gern ins Theater, es hat mich interessiert, wie es ist, selbst auf der Bühne zu stehen", sagt die 17-Jährige. Bei den Workshops haben es der Maria-Ward-Schülerin unter anderem die Gruppenübungen angetan. "Das eigentliche Spiel steht ja nicht immer im Vordergrund", erklärt sie. Stattdessen werden Aussprache und Bewegungsabläufe geübt, auch Entspannung ist wichtig - dafür greifen sich die Jugendlichen zur gegenseitigen Massage in die Muskeln. Neues Selbstbewusstsein "Man lernt einen ganz anderen Umgang mit seinem Körper", findet Rubi Luong. "Einmal natürlich, etwas damit darzustellen. Aber auch die Bewegungsabläufe werden durch die Übungen bewusster, intensiver." Die 17-Jährige ist schon viele Jahre im Theaterverein in Finthen aktiv, von den Workshops hat sie dennoch profitiert. "Ich bin jetzt viel selbstbewusster und traue mir mehr zu. Das gilt nicht allein fürs Spiel, sondern schwappt auch in andere Lebensbereiche über." Erfahrungen, die Jana bestätigt. "Anfangs ist schon eine große Hemmschwelle da, gerade auf der Bühne, wo einen alle beobachten. Aber durch die Kurse habe ich die mit der Zeit abgebaut, kann nun viel besser aus mir herausgehen." Christof Klumb ist für den Workshop extra täglich aus Oppenheim angereist, ihm haben speziell die spielerischen Theaterübungen gefallen. "Ich stehe schon lange auf der Bühne, und die Kurse haben mir neue Impulse geliefert, frischen Wind in alte Erfahrungen gebracht." Profitiert habe er unter anderem von Übungen zum besseren Timing. "Für solche Dinge bleibt im normalen Probenverlauf oft kaum Zeit." Neben dem Sommerkurs bietet der Jugendclub auch während der Spielzeit Workshops, diese lehnen sich an aktuelle Produktionen an. Im Verlauf der zweitägigen Veranstaltungen erarbeiten die Jugendlichen nicht nur Teile der Theaterstücke, sondern besuchen auch gemeinsam die Aufführungen im Staatstheater. "Das hat eine ganz besondere Faszination", findet Jana. "Man arbeitet tagsüber an einem Text, und abends hört man ihn aus dem Mund der Schauspieler - ein tolles Erlebnis." Künstlerische Prozesse Walburg Schwenke lauscht lächelnd den intensiven Ausführungen ihrer Schützlinge. "Mich bestätigen diese Aussagen natürlich in meiner Arbeit", freut sich die Pädagogin. Diese bestehe, so sagt sie, nicht allein darin, die Heranwachsenden an die Theaterwelt heranzuführen: "Klar ist mir das wichtig, aber mein Anliegen geht weiter; ich möchte die Jugendlichen dafür begeistern, was künstlerische Prozesse in uns auslösen können." Dafür müsse man sie "da abholen, wo sie stehen", erklärt die Theaterfrau - den Sprung ins neue Thema müssten die Teenager dann aber selbst ausführen. "Ich bin gegen die Einstellung, junge Leute müssten bedient werden, mit etwas, das gemeinhin als `ihr Ding` verstanden wird. Man muss auch fordern, um zu fördern."

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