Mainzelbahn soll 2016 rollen - Gremien für Planungen der MVG
27.01.2012 - MAINZ
Von Michael Erfurth
Das Projekt Mainzelbahn nimmt weiter Fahrt auf: Am Montag wird die Mainzer Verkehrsgesellschaft (MVG) die umfangreichen Unterlagen zum Planfeststellungsverfahren an den Landesbetrieb Mobilität als zuständige Behörde übergeben. Damit soll Baurecht geschaffen werden – eine Voraussetzung für die Formulierung des Zuschussantrags an Bund und Land.
Bei einer gemeinsamen Sitzung des Verkehrs- und des Bauausschusses sowie der Ortsbeiräte der an der geplanten Straßenbahn-Neubaustrecke von der Binger Straße zum Lerchenberg gelegenen Stadtteile am Donnerstag im Ratssaal nahmen alle Gremien ohne Gegenstimmen den Entwurf zur Genehmigungsplanung zustimmend zur Kenntnis.
Ziele: Straßenbahn-Betrieb soll wirtschaftlicher werden und zu besserer Luftqualität beitragen
„Die Mainzelbahn wird sicherstellen, dass das Straßenbahnsystem künftig wirtschaftlicher betrieben werden kann und sie spielt auch bei unseren Zielen zur Luftreinhaltung eine wichtige Rolle“, sagte Verkehrsdezernentin Katrin Eder (Grüne). In jeweils fünf Workshops in Bretzenheim, Marienborn und Lerchenberg hatte die MVG in den vergangenen Monaten den Streckenverlauf zur Diskussion gestellt und anschließend Anregungen aus diesen Runden in die Planungen aufgenommen.
Als wesentliche Änderungen zu den ersten Überlegungen der MVG gelten die neue Trassenführung im Bereich der Fachhochschule an der Koblenzer Straße, die nun stadtauswärts umfahren wird, sowie der Verzicht auf eine Endhaltestelle am Bürgerhaus Lerchenberg – die Gleise enden aufgrund des massiven Bürgerprotests nunmehr vorm Schulzentrum in der Hindemithstraße. Etwa zehn weitere Änderungen sind in die Planung eingeflossen, wie MVG-Projektleiter Johannes Köck erläuterte.
Stadthaushalt soll nicht belastet werden
Die Pläne sollen demnächst zur Einsicht für jeden Bürger öffentlich ausgelegt werden und vom Bau der Straßenbahntrasse betroffene Verbände und Behörden sollen ihre Stellungnahmen abgeben. Klar ist, dass die MVG und ihre Mutter Stadtwerke Mainz AG das auf rund 70 Millionen Euro veranschlagte Projekt nur stemmen können, wenn Bund und Land sich mit Mitteln aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz beteiligen. Erwartet werden dabei rund 48 Millionen Euro. Der städtische Haushalt soll nicht belastet werden. Stadtwerke und MVG hätten bislang drei Millionen Euro an Planungskosten ausgegeben, berichtete Stadtwerke-Vorstand Detlev Höhne.
Drei neue Brücken entlang der 9,2 Kilometer langen Strecke
Köck stellte den städtischen Gremien die Überlegungen für die nötigen Bauwerke entlang der 9,2 Kilometer langen Strecke vor. Immerhin drei neue Brücken (Koblenzer Straße, A60 bei Marienborn und Achardstraße) und eine Eisenbahnunterführung (am Bahnhof Marienborn) müssen neu gebaut werden, drei Wendeschleifen und 15 neue Haltestellen sind vorgesehen.
MVG-Geschäftsführer Jochen Erlhof und skizzierte den derzeitigen Zeitplan: Ende 2012 könnte Baurecht geschaffen sein, im ersten Halbjahr 2013 sollte die Zuschusszusage vorliegen. Die Bauarbeiten sollen 2014 starten, damit Ende 2016 die Mainzelbahn rollen kann.


