Von Christopher Scholz
BÜCHNER Prof. Hermann Kurzke arbeitet an Biographie des Dichters
Die Biographie Büchners sei ein Puzzle mit 500 Teilen, von denen nur 128 erhalten sind, sagt Prof. Dr. Hermann Kurzke. Ungünstige Voraussetzungen für ihn, arbeitet er doch derzeit an einer Lebensbeschreibung des Dichters, die zu dessen 200. Geburtstag in drei Jahren abgeschlossen sein soll. In der Galerie „Kemenski&Ich“ in Gonsenheim bot er nun erste Einblicke in seine Arbeit - als optische Ergänzung präsentierte der Künstler Tobias Mohr Zeichnungen zum Thema.
„Das Genaueste, was wir über Büchner wissen, wissen wir von der Polizei“, konstatiert der Literaturwissenschaftler.
Kurzke, bekannt für seine Publikationen zu Thomas Mann, möchte etwas anderes als nur das bislang etablierte Bild des Dichters als einem „Dauerrevolutionär“ zeichnen. Er möchte dem Zusammenhang zwischen dem Scheitern seines politischen Engagements und der daran anschließenden dichterischen Produktivität nachgehen. Mohr hingegen hat sich in den sechs Zeichnungen rein assoziativ vom Werk anregen lassen, Figuren daraus ein Antlitz verliehen und ihnen entsprechende „Requisiten“ hinzugefügt, ein Messer etwa für Woyzeck, eine Guillotine für Danton.
Was in Büchners Vita fehlt, sind amouröse Geschichten: Im Werk „wimmelt es vor Erotik“, im Leben selbst war er fünf Jahre verlobt „und sonst ist nichts passiert“.

