Von Schlappen, Absätzen und Persönlichkeiten - "Schuhtick" im Landesmuseum
24.06.2010 - MAINZ
Von Michael Jacobs
Seit der Mensch den aufrechten Gang lernte, ist er aus dem Schuh nicht mehr wegzudenken. Die Geschichte des Schuhwerks von den ältesten Schlappen der Vorzeit über römische Sandalen bis zu den Stiefeletten von Marlene Dietrich oder Jürgen Klinsmanns Fußball-Tretern präsentiert die Erlebnisausstellung „Schuhtick“, die vom Sonntag, Eröffnung 11 Uhr, bis zum 9. Januar 2011 im Landesmuseum zu bestaunen ist.
Das Projekt in Kooperation mit dem Museum für Archäologie Herne, dem Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museum und dem Übersee-Museum Bremen will unter dem Motto „Von kalten Füßen und heißen Sohlen“ den unerschöpflichen Schuh-Kosmos in all seinen Facetten im Verlauf der vergangenen 40000 Jahre unterhaltsam und interaktiv aufschnüren.
Die Schuh-Schau widmet sich nicht nur aktuellen Designer-Modellen, sondern erzählt auch von persönlichen Schuh-Beziehungen historischer Persönlichkeiten, stellt prominente Schuhe aus aktuellen Film- und Fernsehproduktionen vor oder widmet sich unter der Rubrik „Schu-bi-du-bi-du“ auch den Spuren von Rock‘n‘Roll-Sohle und Country-Stiefel in der populären Musik.
Die Ausstellung macht Schuhe erfahrbar als Zeichen von Status und Macht, als Laufwege der Erotik, als Glücksbringer oder als Kunstobjekte. Aber auch die Besucher selbst sollen nicht auf leisen Sohlen ankommen, sondern ins Schuhgeschehen eingebunden werden: Aktiv-Bereiche laden ein zum An- und Ausprobieren; im Internet kann jeder seine individuelle Schuh-Story zum Besten geben.
Flankiert wird „Schuhtick“ von Führungen, Vorträgen, Workshops und Sonderveranstaltungen: Für Kinder gibt es samstags und sonntags ein Schuhatelier als Mitmachwerkstatt; Prosecco-Führungen mit Catwalk-Einlagen bringen Frauen den Objekten ihrer Begierde nah; eine lange Schuh-Nacht am 31. August mit der Band „The Rockin‘ Stags“ lässt die Absätze glühen.
Am Familiensonntag, 4. August, können Groß und Klein in der Familienwerkstatt kreativ vom Leder ziehen oder sich Flip-Flops selber basteln. Ein Katalog ist im Landesmuseum für 19.90 Euro erhältlich.

