EISENTURM Barbara Beisinghoff präsentiert Installationen und Radierungen
(jmj). Für neue Techniken der Papierschöpfung reist Barbara Beisinghoff um die ganze Welt. In ihren Arbeiten spiegelt sich diese ganze Welt in Form von komplexen und einnehmenden Motiv- und Farbkompositionen wieder. Das Papier verwandelt sie von bloßer Leinwand in ein dreidimensionales Kunstobjekt, und arbeitet darauf raffinierte Wasserzeichen und filigran eingearbeitete Bleistiftzeichnungen ein. Im Eisenturm hat sie am Donnerstag ihre Ausstellung "Papier Landschaft" eröffnet, die eine außergewöhnliche Sammlung von Kunstwerken zeigt.
In Mainz hat die Künstlerin auch ein Stück Heimat gefunden. Sie schätze die Weite des Rheins und dessen Lichtspiele, sagt sie. Licht ist ein wiederkehrendes Element in den Werken der 1945 geborenen Beisinghoff.
Beispielsweise stammen die Texte der Wasserzeichen in ihrer Installation "Turm für eine Hell-Seherin" aus Christa Wolfs Buch "Kassandra". Einer Wahrsagerin zeige das metaphorische Licht auch schlimme Dinge, erklärt Beisinghoff die Schattenseite ihr so wichtigen Elements. "Alles hat immer viele Perspektiven."
Blickfänge von ungeheurer Detailverliebtheit sind die jüngsten Ausstellungsstücke, Radierungen unter Elementartiteln wie "Fluss", "Erde" und "Wasser und Himmel". Auf einer sechswöchigen Reise nach China lehrte Beisinghoff die Kunst der Radierung und nahm Inspirationen mit.
Die Farben leuchten mit ungeheurer Intensität und die gezeichneten Motive wirken jahrhundertealt. Obwohl man stets etwas Neues in den Radierungen entdecken kann, strahlen sie ungemeine Ruhe und Harmonie aus.
Über einem Wasserbecken hängen Zeichnungen, die sich mit der Geburt befassen. Im Entstehen von Leben und dem von Papier sieht die Künstlerin die Verbindung zu ihrem Werk. Die Zeichnungen bleiben jedoch sehr abstrakt und strahlen nicht die Kraft aus, die von den restlichen Werken ausgeht.
Eine besondere Verbindung besteht zwischen Beisinghoff und dem Musikpädagogen Peter Knodt, der unter anderem am Peter Cornelius-Konservatorium unterrichtet, und der die Vernissage mit "Klangspuren" begleitete. Sie schenkte ihm die Meeresalge, aus der er eine Naturtrompete gebaut hat. Mit Urlauten und Melodien in Naturtönen zog er lautstark die Anwesenden in seinen Bann.

