Von Jürgen Palme
MALEREI Valy Wahl im MVB-Forum
Ihre Bilder tragen Titel wie "Macht", "Geschrei", "Verlass mich nicht" oder "Schmerz", unter dem Namen "Horror" findet sich eine ganze Serie. Fast alle sind geprägt von einer großen Dynamik, wie beispielsweise ein Gemälde mit dem Namen "Tanz des Schreckens". Zusammen mit seinem Nachbarn "Der Sprung" bildet es ein paar entgegengesetzt gespannter Bögen, die nur darauf zu warten scheinen, ihre Energie freizugeben.
Seit sie 1970 nach Mainz kam hat sich Valy Wahl immer in das Geschehen der Gutenbergstadt eingebracht, bescheinigt Professor Guido Ludes, der stellvertretende Vorsitzende des Kunstvereins Eisenturm, in seiner Eröffnungsrede der Ausstellung in der MVB-Galerie. Seit 1980 bis zu ihrer Versetzung in den "Unruhestand" war sie Professorin für Freies Gestalten und Zeichnen an der Fachhochschule. Sie ist "eine, die sich einmischt", meint Ludes, die spartanisch anmutenden Titel ihrer Werke seien typisch für eine, die auf den Punkt kommt, ohne große Worte zu machen.
Die Idee zu der Ausstellung habe sich mit der Zeit entwickelt, meint Wahl, genau wie ihre Kunst. Die Arbeit mit Schülern ihrer ehemaligen Malschule sieht die sie als auslösenden Faktor in ihrer Entwicklung als Künstlerin an.
Valy Wahl mache Kunst in erster Linie für sich selbst, sagt sie. Die Thematik ihrer Werke entwickelt sich aus dem Experimentieren heraus. Ein aktueller Bezug bildet sich oft erst im Nachhinein, wenn ein Bild mit Abstand erneut betrachtet wird oder eben in der Ausstellung im Kontext gezeigt wird.
Im Juni wird es eine Retrospektive von Valy Wahl im Rathaus geben, dort werden in erster Linie graphische Arbeiten zu sehen sein. Die Ausstellung im MVB-Kunstforum ist persönlicher, mit den ausgestellten und fast allesamt zu erwerbenden Arbeiten gibt Wahl viel von sich selbst preis, was ihr nicht immer ganz leicht fällt.

