MARIA-WARD-SCHULE Kunstlehrerin gestaltet "Kapellenweg"
(aer). Ein schmaler, unbedeutender Weg verbindet das neugebaute Foyer der Maria-Ward-Schule mit der Klosterkapelle. Täglich hasten hier Schülerinnen entlang, genießen auch mal eine kleine Ruhepause in einer unscheinbaren Ecke des Weges. Nun hat die Schule zwei Werke der Künstlerin und Kunstlehrerin Ulrike Fried-Heufel eingeweiht, die dem Weg, der - noch inoffiziell - "Kapellenweg" heißt, eine neue Atmosphäre verleihen sollen.
Wer Richtung Kapelle und Garten geht, dessen Blick fällt nun auf eine drehbare Scheibe aus Edelstahl, schwarze Linien sind spiralförmig um den Mittelpunkt gezeichnet. "Bewegungstäuschung", nennt sie die Künstlerin. Dreht sich die Scheibe, entsteht ein visueller Sog, der den Betrachter hineinziehen, zum nachdenken anregen soll. Wer Richtung Schulfoyer geht, den lädt das Werk "Größentäuschung" ein, innezuhalten und sich der Täuschung und auch der Realität hinzugeben. Drei Frauen auf einem Steg, der ins Wasser - vielleicht ist es der Rhein - führt, scheinbar ohne Ende, ohne Begrenzung. Die Figuren sind gleich groß, während sich ihre Umgebung auf einen Fluchtpunkt hin verkleinert. Eben so, wie es die gewohnte Tiefenwahrnehmung erwarten lässt. Durch diesen Kontrast wirken die Figuren unterschiedlich groß. Das Gehirn interpretiert aus Erfahrung und Erwartung ein Bild, das so nicht existiert.
"Sinnestäuschungen fordern heraus, zu forschen, zu entdecken und nachzudenken", beschreibt Fried-Heufel das Ziel ihrer Werke. Die Idee entstand vor zwei Jahren. Durch die Ermunterung der Schulleiterin Andrea Litzenburger machte sich die Künstlerin schließlich in Zusammenarbeit mit der Creativhouse GmbH unter Petra Stoll ans Werk und wandelte eine unbedeutende Ecke des Schulgeländes in eine Kunstgalerie, die zum Verweilen einlädt. "Ein Gedanke, eine Illusion ist wahr geworden", freut sich die Künstlerin. Der Förderverein der Schule finanzierte das 2 800 Euro teure Projekt vollständig. Dass der Weg, der hier kreativ beschritten wurde, fortgesetzt werden möge, das wünscht sich die Schulleiterin nun von ihren Kollegen.

