AUSTAUSCH Schüler der IGS erleben zwei Wochen lang das ferne China
(red). Einige Schüler der IGS Ingelheim erlebten zwei aufregende Wochen im Reich der Mitte. Ein Schüleraustausch führte sie ins entfernte China. Bereits im Sommer vergangenen Jahres bekundete die Deutsch-Chinesischen Gesellschaft Interesse an einem Austausch mit einer Schule im Landkreis-Mainz-Bingen. Alle drei Schulen, IGS Ingelheim, SMG Ingelheim und SGG Bingen, sagten zu und nahmen im Spätsommer 2008 Schülerinnen und Schüler der Highschool No. 10 und der dazugehörigen Middelschool sowie deren Lehrkräfte für eine Woche auf. Beim Gegenbesuch durften die Ingelheimer Schüler das fremde Land jetzt einmal aus der Nähe betrachten.
Nach langen Flugstunden, einem großartigen Empfang in Hangzhou und einer kurzen Willkommensfeier machten sich die Jugendlichen mit ihren chinesischen Partnern auf in das Abenteuer "Leben in einer chinesischen Familie" und lernten dabei viele Unterschiede kennen: Bambusmatten als Schlafstätte, Stäbchen als Esswerkzeug, sehr enge Wohnverhältnisse und viel Lärm in der Großstadt.
Der Schulbesuch brachte ebenfalls viele neue Erfahrungen: etwa Klassengrößen von bis zu 50 Kindern, die mit Hilfe der modernsten Technik von den Lehrkräften meistens frontal unterrichtet werden. Die Schulzeiten waren für die deutschen Schüler ebenfalls gewöhnungsbedürftig: von 7 bis oft 21 Uhr am Abend, zumindest für die älteren Jahrgänge. Dazu kommen die Vor- und Nachbereitungen für den Unterricht, die am nächsten Tag vorgelegt werden müssen.
Zum Unterricht gehören ebenfalls die morgendliche Gymnastik auf dem Pausenhof und eine Augengymnastik am frühen Nachmittag, die die Konzentration wieder fördern soll. An das Tragen der Schuluniform, sogar in der Freizeit, mussten sich die deutschen Gäste ebenfalls erst gewöhnen.
Während des Besuches haben sich die chinesischen Eltern einiges einfallen lassen, um den deutschen Kindern die Stadt, die Umgebung und die chinesische Lebensart näher zu bringen. Mit einem bunten Abschlussfest verabschiedeten sich die Chinesen von ihren Besuchern. Ein tränenreicher Abschied: Schließlich ist noch unklar, ob ein baldiges Wiedersehen möglich ist.
Im Anschluss an die Woche in der Schule reisten die deutschen Jugendlichen quer durch China, von Hangzhou, über die bis dato längste Brücke der Welt, die Hangzhou Bay, ging es nach Shanghai. Es folgte ein Besuch im chinesischen Venedig Souzhou, eine Fahrt über die Seitenkanäle des längsten Kanals der Welt, dem Kaiser Kanal, der Hangzhou mit dem über 1000 Kilometer entfernten Beijing verbindet. Nach der Seidenstadt Souzhou folgte der Besuch der Perlenstadt Wuxi.
Von dort ging es per Schlafwagen 1000 Kilometer nach Norden in die Hauptstadt Beijing. Dort lernten die Schüler die Verbotene Stadt, den Platz des Himmlischen Friedens, den Sommerpalast der chinesischen Kaiser, den Himmelstempel und das ultramoderne Beijing mit den Sportstätten der letzten Olympiade kennen.
Das Highlight der Reise: Der Besuch der Großen Chinesischen Mauer. Das Fazit der Reise: Alle Teilnehmer, Schüler wie Lehrer, haben viele Erfahrungen mit der Lebensweise der Chinesen gemacht, abseits von touristischen Pfaden lernten sie die Menschen, ihre Sitten und Gewohnheiten kennen.
Ein neues Verständnis für die chinesische Kultur des alten und des modernen China ist so entstanden, sind die Lehrer überzeugt.

