Architektur der Kaiserpfalz
07.09.2010 - INGELHEIM
(gg). „Visualisierung von Herrschaft in der Architektur. Die Kaiserpfalz Ingelheim als Bedeutungsträger im 12. und 13. Jahrhundert.“ So lautet der Titel eines Vortrages, zu dem die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz am Donnerstag, 9. September, 19 Uhr, in die Saalkirche einlädt. Referent wird Holger Grewe, Mittelalterarchäologe und Leiter der Forschungsstelle Kaiserpfalz Ingelheim, sein.
Im Saalgebiet von Ingelheim liegen die Reste einer Kaiserpfalz, deren Geschichte und deren außergewöhnliche Bauform sie zu einem herausragenden Denkmal des mittelalterlichen Reisekönigtums machen. Ihre Gründung durch Karl den Großen veranlasste Kaiser Friedrich I. Barbarossa dazu, die alte karolingische Pfalz renovieren und ausbauen zu lassen.
Nach 1400 sind die Bauzeugnisse überwiegend verloren gegangen: Aufgelassen, zerstört und ihres Bauschmucks beraubt geriet die einst prachtvolle Herrschaftsarchitektur unter den Boden. Aber seit einigen Jahren entdecken Archäologen immer mehr Zeugnisse des Palatiums Karls des Großen und Friedrich I. Barbarossas wieder. Funde und Baureste bestätigen, dass der vor 800 gegründete Bau eine aufwändige Renovierung in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts erfuhr.
Der Vortrag gibt Einblicke in die teils schwierige Arbeit der Archäologen unter der dichten Überbauung im heute „Saal“ genannten ehemaligen Kaiserpfalzgebiet und trägt erste Deutungen über die besondere Bedeutung der Pfalz Ingelheim in der Stauferzeit vor.

