Wieder Film-Vergnügen am Wasser
29.07.2010 - INGELHEIM
Von Gerhard Grunwald
KINO AM POOL Nach einem Jahr Pause wird Freibad abends zum Dorado für Cineasten
Freunde des gepflegten Filmgenusses in lauschigem Ambiente unter freiem Himmel können sich freuen. Nach einem Jahr Pause lädt der Ingelheimer Kinobetreiber Ulrich Luber alle Cineasten wieder zu „Kino am Pool“ ein. Bereits zum fünften Mal werden die Open-Air-Veranstaltungen im Freibad am Blumengarten über die Bühne gehen. Zum Auftakt am Donnerstag, 12. August, wird die Erfolgskomödie „Zweiohrküken“ mit Till Schweiger gezeigt. An insgesamt neun Abenden erwartet die Cineasten ein buntes und laut Luber „inhaltlich ausgewogenes Programm“, bestehend aus Komödien, Gangster- und Musikfilmen.
2009 das Risiko gescheut
„Die Entscheidung, dass ich die Reihe wieder aufleben lasse, habe ich kurzfristig getroffen. Die moderne Digitaltechnik, die beim Vorführen der Filme jetzt zum Einsatz kommen wird, reduziert meine Fixkosten enorm. Zudem haben sich die Stadtverwaltung mit Bürgermeister Ralf Claus als Verhandlungspartner und die Rheinwelle Regionalbad GmbH als Betreiber des Freibades sehr kooperativ gezeigt“, verweist Luber auf äußerst harmonische Gespräche, die ihm das Wiederauflebenlassen der bei vielen Fans sehr beliebten Freiluft-Kinoveranstaltungen überhaupt erst ermöglichen. Konkret wurde vereinbart, dass der bereits seit 44 Jahren in der Rotweinstadt aktive Kinobetreiber das Freibadgelände kostenfrei für die Filmvorführungen unterm Sternenhimmel nutzen darf.
Diese bedeutsame Zusage und die bereits erwähnte Tatsache, dass die moderne digitale Filmtechnik mit Blu-Ray-Discs und Festplatten-Konserve im Vergleich zur früher üblichen 35-Millimeter-Projektionsweise weitaus kostengünstiger ist, haben Luber dazu bewogen, sich erneut auf das Wagnis „Kino am Pool“ einzulassen. Und ein Wagnis ist jede Veranstaltung unter freiem Himmel allemal. Ist es kalt oder fällt Regen, bleiben die Gäste aus, die Kasse leer. Im Jahr 2008 musste der 61 Jahre alte Unternehmer genau diese Erfahrung machen. „Damals haben wir wegen des schlechten Wetters Miese gemacht, deshalb wollte ich im vergangenen Jahr das Risiko nicht erneut eingehen. Nun aber sind die Fixkosten aufgrund der Beamer-Projektionstechnik deutlich günstiger und die Situation stellt sich für mich aus wirtschaftlicher Sicht weitaus entspannter dar“, schildert Luber die aktuelle Ausgangslage.
Eine Lizenz zum Geld drucken war „Kino am Pool“ im Übrigen zu keiner Zeit. „Das war in all den Jahren immer ein Zuschussgeschäft, mehrmals hat die Stadt mit einer Ausfallbürgschaft geholfen“, blickt der Unternehmer zurück.
Damit wirtschaftlich fortan alles überschaubar bleibt, unterstützen jetzt zahlreiche Gewerbetreibende und Geschäftsleute aus Ingelheim als Sponsoren den Kinobetreiber, der im Freibad eine 65 Quadratmeter große Leinwand aufbauen lässt. Als Veranstaltungspartner tritt im übrigen die in der Stadt ansässige Eventfirma „bolenzmedia“ auf. Die Film- und Video-Produktionsfirma Höflinger aus Gau-Algesheim wird für kleines Geld die große Leinwand zur Verfügung stellen.
Auch die Allgemeine Zeitung Ingelheim fördert das Filmprojekt. Und die Leser profitieren: Wer an der Kasse seinen ABO-Pass vorlegt, bekommt auf den regulären Eintrittspreis von 6,50 Euro einen Nachlass von 1,50 Euro gewährt. Beginn der Filmvorführungen ist jeweils um 21.30 Uhr, der Einlass beginnt bereits um 20.30 Uhr. An mehreren Ständen werden Getränke und Popcorn angeboten, zudem wird das Schwimmbadrestaurant geöffnet haben.

