Vielstimmig und prägnant
28.04.2010 - INGELHEIM
Von Beate Schwenk
KONZERT Ingelheimer Schubert-Quartett und niederländischer "Mannenkoor St. Caecilia" überzeugen
Über ein volles Haus und begeisterte Zuschauer durfte sich das Ingelheimer Schubert-Quartett freuen. Das Frühlingskonzert in der Saalkirche war restlos ausverkauft. Selbst die Pflasterarbeiten im Saalgebiet, die die Anreise für manche ein wenig beschwerlich machten, waren kein wirkliches Hindernis. Auf Umwegen kamen am Ende irgendwie alle ans Ziel.
Gastchor reist
per Schiff an
Geboten wurde an diesem Abend ein abwechslungsreiches Gemeinschaftskonzert, das unter dem Motto "Chöre ohne Grenzen" stand. Mit von der Partie war neben dem gastgebenden Schubert-Quartett ein Männergesangsverein aus den Niederlanden. Der "Mannenkoor St. Caecilia" aus Linne, einem Ort, der in der niederländischen Provinz Limburg gelegen ist, tourt zurzeit durch Deutschland. Gereist wird nicht mit dem Campingmobil, sondern rheinaufwärts per Schiff.
Am Freitag hatte St. Caecilia bereits in Andernach konzertiert, am Sonntag waren die Niederländer in der Mainzer Stephanskirche zu Gast. Dazwischen machte man in Ingelheim Station.
Bei seinem ersten Besuch in der Rotweinstadt trat das Ensemble mit 50 gut disponierten Sängern auf.
Von Reisestrapazen keine Spur. Unter Leitung von Dirigent Jo Huijts wurde eine musikalische Reise durch Europa präsentiert. Lieder aus England, Frankreich und den Niederlanden standen dabei ebenso auf dem Programm wie Kompositionen aus Italien und aus Deutschland. Darunter der Pilgerchor aus Wagners Tannhäuser, das Rheinische Fuhrmannslied oder Schuberts Lindenbaum, "wohl eine Adresse an uns", wie Sänger und Moderator Hartmut Geißler in seiner Ansage vermutete.
Von Psalmen
bis Spirituals
Den ersten Teil des Konzertabends hatten die Ingelheimer Gastgeber gestaltet. Das Schubert-Quartett eröffnete den Abend mit drei verschiedenen Blöcken. Dabei gefiel das stimmgewaltige Ensemble unter Leitung von Musikdirektor Franz Jürgen Dieter mit sehr unterschiedlichen geistlichen Werken, wobei das Spektrum von Psalmen und modernen Kirchenliedern über Kompositionen aus Norditalien bis hin zu bekannten Spirituals (Jacob´s Ladder, Motherless Child, Swing Low) reichte.
Mehr als 20 Stücke trugen die beiden Männerchöre bei ihrem deutsch-niederländischen Gemeinschaftskonzert vor und erhielten für ihre Darbietungen viel Applaus vom Publikum. So auch für das große Finale, bei dem alle 80 Sänger aus Ingelheim und Linne noch einmal gemeinsam auftraten.
Dass man in dieser Formation zuvor noch nie zusammen gesungen hatte, war den "Chören ohne Grenzen" nicht anzumerken. Vielstimmig und prägnant klang das Frühlingskonzert in der Nieder-Ingelheimer Saalkirche aus.
Auftritt
auch in Mainz
Anschließend gab es noch ein gemütliches Beisammensein, bevor sich die Gäste per Schiff in Richtung Mainz auf den Weg machten.
Dort stand am Sonntag der nächste Auftritt an: In der Kirche St. Stephan gestaltete der "Mannenkoor St. Caecilia" die vormittägliche Eucharistiefeier mit.

