Das historische Gesicht der Stadt
25.03.2010 - INGELHEIM
Von Beate Schwenk
NEUERSCHEINUNG Heft des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege stellt Ingelheimer Kulturdenkmäler vor
Nach mehr als 40 Jahren hat der "Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz" wieder eine Publikation über Ingelheim herausgebracht. Das jetzt öffentlich vorgestellte Bändchen trägt den Titel "Ingelheim am Rhein" und ist als Heft Nr. 516 in der Reihe "Rheinische Kunststätten" erschienen.
Die letzten Publikationen über Ingelheim hatte vor über vier Jahrzehnten Dr. Ernst Emmerling angestoßen, Ehrenmitglied des Historischen Vereins. Damals wurden Ober- und Nieder-Ingelheim in zwei getrennten Heften abgehandelt. Das neue Bändchen fasst nun alle fünf Ingelheimer Stadtteile in einer Publikation zusammen. Auf insgesamt 31 Seiten sind bedeutsame Kulturdenkmäler in der Stadt und in der Gemarkung dokumentiert. Angefangen vom alten Amtsgericht und dem alten Rathaus, über den Bismarckturm und die Burgkirche bis hin zur Kaiserpfalz und zum Großwinternheimer "Selztaldom".
Zu den ausgewählten Bauwerken zählen ferner die beiden Frei-Weinheimer Kirchen, die Rheinklause auf der Lebertsau, Schloss Westerhaus oder das Pumpwerk, das seit dem Jahr 1906 den Ingelheimer Raum mit Trinkwasser versorgt. Auch der kleinste Ingelheimer Stadtteil ist vertreten: "Die katholische Kapelle in Sporkenheim ist einen Abstecher wert", legte Dieter Krienke, Autor der Publikation, bei der Buchvorstellung im Besucherzentrum dar.
"Ganz Ingelheim in einem Heft - wie geht das?" Diese Frage habe man sich zu Beginn des Projekts gestellt. Schließlich gebe es in allen Stadtteilen zusammen über 100 Kulturdenkmäler, die man hätte berücksichtigen können. Bei der Auswahl habe man sich auf jene Kirchen und Profanbauten konzentriert, die auch überregionales Interesse verdienten, erklärte der Autor.
Als eine "enorme Herausforderung" bezeichnete Dr. Karl Peter Wiemer, der die redaktionelle Leitung inne hatte, die Aufgabe, aus dem riesigen Fundus eine überzeugende Auswahl zu treffen. Dies sei dem Autor gut gelungen. Krienke habe die essenziellen Aspekte gut lesbar und seriös zusammengefasst. Illustriert wird der Text durch 38 Bilder, die der aus Idstein stammende Fotograf Horst Goebel "geschossen" hat. Schöpfen konnte er dabei aus einem umfangreichen Archiv mit über 1000 Bildern. "Alle Fotos", so erklärte Goebel, "sind in den letzten zwei Jahren entstanden".
Die Bilder dokumentierten das Gesicht der Stadt Ingelheim auf dezente Weise und bildeten "eine schöne Symbiose mit den Texten", beurteilte Oberbürgermeister Dr. Joachim Gerhard das Projekt. Insgesamt sei das Heft eine gute Werbung für die Rotweinstadt.
Den Stein ins Rollen gebracht hatte diesmal Hans-Dieter Steuer, Vorsitzender des Vereins von "Pro Ingelheim". Er hatte mit dem "Rheinischen Verein" Kontakt aufgenommen und das Projekt initiiert.

