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Ingelheim 

Mast bleibt Dorn im Auge

16.03.2010 - GROSSWINTERNHEIM

Von Beate Schwenk

MOBILFUNK Großwinternheimer haben Angst vor Elektrosmog in Nähe von Spielplatz

GROSSWINTERNHEIM. Der Mobilfunkmast, der im Herbst vergangenen Jahres auf einem Privatgebäude in Großwinternheim installiert worden ist, beschäftigte nun erneut den Ortsbeirat. Nach wie vor ist der Mast in der Obentrautstraße Bürgern ein Dorn im Auge. Die Befürchtungen gehen dahin, dass die Sendeanlage, die in unmittelbarer Nähe des neuen Spielplatzes steht, gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Elektrosmog nach sich ziehen könnte. Bei einer Unterschriftensammlung kurz nach der Installation hatten bereits 150 Bürger einen Abbau des Sendemasts gefordert.

Auch der Ortsbeirat hat sich um eine Verlegung der Sendeanlage bemüht - allerdings ohne Erfolg, wie Ortsvorsteher Joachim Frey nun mitteilen musste. Der Mobilfunkbetreiber O2 habe die Kosten für eine Verlegung auf 150000 Euro beziffert. "Damit können wir das ad acta legen", sagte Frey. Erreicht werden konnte indes, dass in Kürze eine Messung der Strahlenbelastung vorgenommen wird. Dies habe man bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd durchsetzen können, erklärte der städtische Beigeordnete Werner Kappesser.

Am 22. März soll nun an verschiedenen Stellen - unter anderem auf dem Spielplatz - die Strahlenbelastung ermittelt werden. Der Betreiber habe zugesichert, dass diese bei maximal zehn Prozent des zulässigen Grenzwertes liege, und dass der Spielplatz von der Strahlung nicht getroffen werde, teilte der Ortsvorsteher mit. Nun bleibe abzuwarten, ob die Messungen dies bestätigten.

In einem ähnlichen Fall haben Anwohner der Posener Straße in Ingelheim-West gerade einen Teilerfolg erzielt: Nach Intervention bei der Bundesnetzagentur wird dort jetzt zumindest die Ausrichtung der Sendeanlage geändert.

Weiteres Thema im Ortsbeirat war ein Fragenkatalog von Bürgern aus dem Neubaugebiet "Am Ingelheimer Weg". In der Anfrage wurde unter anderem die "fehlende Bürgerbeteiligung" in Sachen Straßenausbau moniert. Man fühle sich nicht ausreichend eingebunden und wolle gerne mitgestalten, lautete die Kritik. Oberbürgermeister Dr. Joachim Gerhard hielt dem entgegen, dass eine Bürgerbeteiligung ordnungsgemäß stattgefunden habe - und zwar in den Jahren 2001 bis 2003 sowie 2006. Dass die heutigen Neubürger damals noch nicht daran gedacht hätten, einmal in Großwinternheim zu bauen, sei nicht zu ändern. Nun jedenfalls sei die Planung abgeschlossen, und man stehe kurz vor der Ausschreibung.

Eine einstimmige Empfehlung an den Stadtrat gab der Ortsbeirat schließlich im Hinblick auf die Erneuerung des Platzes am Feuerwehrgerätehaus ab. Der rund 120 Jahre alte Bergahorn soll saniert und das gesamte Areal neu geordnet werden. Vorgesehen ist unter anderem die Aufstellung einer Sitzgruppe, die von Anliegern angeregt worden war. Die Gesamtmaßnahme, die sich die Stadt rund 50000 Euro kosten lässt, soll im Sommer in Angriff genommen werden, teilte Rainer Stemmler vom städtischen Amt für Umweltschutz und Grünordnung dem Ortsbeirat mit.

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