Von Menschen verstoßen
11.03.2010 - INGELHEIM
TIERHELFER Traurige Bilanz zu Jahresbeginn/Vier ausgesetzte Hunde entdeckt
(red). Nachdem im vergangenen Jahr das 10000. Tier, die Katze Gina, im Ingelheimer Tierheim aufgenommen wurde, startete das neue Jahr mit einer eher traurigen Bilanz. Schon in den ersten zwei Monaten wurden 81 Neuzugänge verzeichnet, darunter befanden sich gleich im Januar vier ausgesetzte Hunde. Im Vergleich dazu gab es diese Fälle im ganzen Jahr 2009 nur dreimal.
Trotz der Kälte und des harten Winters konnten sich die ehemaligen Besitzer offensichtlich nicht dazu durchringen, die Hunde im Tierheim abzugeben, sondern überließen diese angebunden beziehungsweise fortgejagt ihrem Schicksal. Aufmerksamen Bürgern ist es zu verdanken, dass die Tiere noch rechtzeitig entdeckt und von den Tierhelfern Ingelheim in Obhut genommen werden konnten. Menschen, die sich ihrer Tiere auf diese Art und Weise entledigen, begehen damit eine Straftat, die bei Entdeckung auch verfolgt und geahndet wird. Den verstoßenen Tieren ist dabei natürlich nicht geholfen, so auch Shanti.
Shanti ist eine dieser Hunde und noch immer im Tierheim Ingelheim. Sie ist eine etwa fünfjährige Schäferhunddame, die trotz ihrer Erlebnisse das Vertrauen in die Menschen nicht verloren hat. Sie sucht die Nähe ihrer Pfleger und ist frei von allen Allüren. Gerade sie hätte es verdient, wieder eine neue Familie zu finden, in der sie für den Rest ihres Lebens willkommen ist.
Auch Lenny, ein Malinois-Mischlingsrüde, und Ronja, eine schwarze Labrador-Schnauzer-Mix-Hündin), die seit Mitte des vergangenen Jahres im Tierheim sind, geben die Hoffnung nicht auf. Vielleicht bleibt es ihnen doch noch erspart, ein ganzes Jahr ohne neues Herrchen oder Frauchen gewesen sein zu müssen.
Auch in diesem Jahr möchten die Tierhelfer gerade vor diesem Hintergrund und gerade vor den Osterfeiertagen wiederholt bitten, keine Haustiere zu verschenken. Egal wie goldig in den Tierhandlungen die kleinen Häschen, Meerschweinchen und Hamster zum Kauf angeboten werden. Es sind Lebewesen, die auch nach Ostern Pflege und ein artgerechtes Zuhause brauchen. Meist sind die Kinder damit allein überfordert und verlieren schnell die Lust, wenn die Eltern nicht unterstützen und nicht hinter der Entscheidung für ein Tier stehen.
Übernehmen sie Verantwortung und leisten damit einen entscheidenden Beitrag, dass so wenig Tiere wie möglich verstoßen, ungewollt und im schlimmsten Fall ausgesetzt in den Tierheimen landen.

