Musizieren mit viel Herz
23.12.2011 - INGELHEIM
Von Heike Sobotta
WEIHNACHTSKONZERT Schüler und Lehrer des Sebastian-Münster-Gymnasiums erfreuen Zuhörer
An zwei Tagen gestaltete das Ingelheimer Sebastian-Münster-Gymnasium in der Saalkirche ein Weihnachtskonzert mit unterschiedlichem Programm, aber gleichem Abschluss. Traditionell endet jedes Weihnachtskonzert seit Jahrzehnten mit dem Lied „Stille Nacht, Heilige Nacht“ - und zwar in der Originalfassung von Franz Gruber.
Heitere Momente dürfen nicht fehlen
Auch sonst las sich das Programm auf den ersten Blick wie üblich, denn zu Weihnachtskonzerten des SMG gehören neben Traditionellem oder Besinnlichem auch Heiteres, Fröhliches und überraschende Kontraste. Schülerinnen und Schüler, die die Schule in Kürze nach dem Abitur verlassen werden, erleben eine besondere Ehrung und natürlich darf auch eine kleine Ansprache von Schulleiter Arno Lergenmüller nicht fehlen. Er stellte diesmal die Frage in den Raum: „Wann fängt Weihnachten an?“ Wenn Weihnachtslieder in der Schule erklingen, Lehrer klagen, dass die Musiklehrer ihnen Schüler wegen anstehender Proben wegnehmen, oder „Wenn sich die SMG-Gemeinde in der Saalkirche trifft?“
Das erste Konzert bot aber einen herausragenden, völlig überraschenden Höhepunkt. Und das gleich zu Beginn mit dem Auftritt der „Concert Band & New Talent Orchestra“. Diese zwei Ensembles, die aus der Grundlagenarbeit der Bläserklassen gewachsen sind und seit einem Englandbesuch gemeinsam musizieren, stahlen nachfolgenden Ensembles, die ebenfalls auf hohem, sogar sehr hohem musikalischen Niveau musizierten, die Schau.
Nach einem erfreulichem Melodienreigen durch Tochter Zion und einer „Kurzfassung“ von Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung“, die schon fortgeschrittene Musikalität hören ließ, zeigte die Bläser-Band, was sie während eines Workshops in Stevenage bei Tim Steiner einstudiert hatte. Tim Steiner ist international bekannt für seine musikalische Arbeit mit jungen Leuten und großen Orchestern wie dem Royal Philharmonic Orchestra in London. „Tim Steiner hat einen Tag mit den Kids gearbeitet“, erklärte Gerd Klein, „mit Klängen und nur nach Gehör und ohne Noten“.
Herausgekommen ist ein Kreativstück nach Tim Steiner, „Das alte Schloss“. Eine Komposition, die Geräusche eines alten Gemäuers mit schrägen und melodiösen Lautmalereien lebendig werden lässt. Dabei ein Thema nach und nach durch alle Register zieht und dabei immer wieder in den Fokus rückt.
Komposition mit mehreren Stilelementen
Eine Komposition, die Stilelemente vermischt und Tempi wechselt und Freude bringt. Da klebten keine Augen an den Noten, um den Takt zu zählen und den Notenwert zu spielen. Da wurde mit dem Herzen bravourös musiziert.
Klassisch danach das weitere Programm: Der achtstimmige Chorsatz von Mendelssohn-Bartholdy: „Denn er hat seinen Engeln befohlen“, gesungen vom Projektchor der „Leistungskurse Musik & Lehrer am SMG“, unter der Leitung von Jürgen Peukert. Birgit Niederländer führte das „Concertino“ durch Kostproben aus Vivaldis „Jahreszeiten“. Friederike Nickel und Franziska Richter sangen den Abendsegen aus Hänsel und Gretel und der Pop- und Jazzchor gefiel unter Matthias Heucher mit amerikanischen Christmas-Songs.
Das vierte Brandenburgische Konzert, gespielt vom Orchester der Schule, ebenfalls unter der Leitung von Birgit Niederländer, setzte der musikalischen Stunde durch exzellentes Spiel von Flöten und Sologeige einen weiteren Glanzpunkt auf. Solisten waren Jana Dammermann, Violine, Bastian Ruf und Malin Fischer, Blockflöte.

