Stimmen als Instrumente
06.12.2011 - INGELHEIM
Von Heike Sobotta
„NIMM FÜNF“ Neues Ensemble präsentiert gelungene Mischung aus Pop und Swing
Mit dem Ensemble „Nimm Fünf“ erlebte das Publikum in der Aula des Sebastian-Münster-Gymnasiums einen musikalisch vergnüglichen Abend mit fünf Herren aus Rheinhessen, deren Instrumente ihre Stimmen sind. Sonst nichts. Ein Klavier benötigten sie in erster Linie zum Angeben der Töne. Für Ton und Rhythmus sorgten sie mit ihren Stimmen.
„Nimm Fünf“, das sind fünf Herren, die bereits mehrfach auf Einladung der Förderer der Kleinkunst in Ingelheim gastierten, bisher aber immer in Damenbegleitung und unter dem Namen „Ah capella“. Jetzt haben sich die Tenöre Benno und Guido Neuhaus zusammen mit den Bässen Markus Weiand und Markus Jung unter der Leitung von Bariton Matthias Heucher neu formiert.
In der Aula traten sie zum ersten Mal mit einem abendfüllenden Programm auf. „Lass dich fallen und dann steig auf, wer soll dich halten, in deinem neuen Lauf?“, stellten sie mit Musik von den Wise Guys erst einmal alles auf Anfang und zurück zum Glück, um dann zweimal 45 Minuten lang eine gelungene Mischung aus Pop und Swing, Oldie und Ohrwurm bis hin zu vier Silcherliedern in 30 Sekunden zu singen. Sie spielten heiter mit Vokalen und Konsonanten und auch das Publikum lernte, wie man mit „Putzekatze“ lautmalerisch Rhythmen produziert.
Verpackt hatten sie ihr Programm in ein Fünf-Gang-Menü. „Bis in die Haarspitzen servieren wir nationale Küche, bis auf einen südtirolerischen Ausflug“, versprach Markus Weiand. Und dieser entpuppte sich als das von Männerchören heiß geliebte Bergsteigerlied „la Montanara“.
Ansonsten wollten die Herren aus Gau-Algesheim, Appenheim und Eimsheim auch mal Deutscher Meister sein und nicht nur Fans eines Karnevalvereins. Sie nahmen zudem die Spielerfrauen der Fußballer aufs Korn, die immer blond und selten älter als 30 Jahre sein müssten.
Bunte musikalische Menüfolge
In ihrer bunten Menüfolge, die Vorspeise, Zwischen- und Hauptgang zwar nicht eindeutig trennte, aber äußert wohlschmeckend mundete, durfte natürlich auch eine Hommage an die Comedian Harmonists nicht fehlen, denn „sie haben den A-capella-Gesang hoffähig gemacht und ihr grüner Kaktus sticht heute noch“, wie Weiand treffend meinte. „Wenn sie dich fragt, wo du den ganzen Abend warst, sag ihr, ich habe nur an dich gedacht“, rieten sie nach Roger Cicero und dazu hatten sie sich sogar eigens in dunkle Anzüge geworfen.
Desserts gab es mehrere: Einmal packten sie „in die erste Schüssel Zucker, zweihundertachtzig Gramm, und Zuckerrübensirup, wenn wir so was ham“, dabei handelt es sich um das Rezept der „Chocolate Chip Cookies“ der Wise Guys und später würzten sie besinnlich nach mit „Maria durch ein Dornwald ging“ und dem Sandmann-Lied ganz zum Abschluss. Das Publikum verabschiedete sich hochzufrieden.

