Start in den Tag mit der AZ
01.10.2011 - INGELHEIM
MEDIEN-PROJEKT Gymnasiasten löchern Redakteur mit Fragen zur Zeitungsarbeit
(red). Wie ist eine Zeitung aufgebaut? Wer entscheidet, welche Berichte auf der Titelseite stehen? Was sind die Bestandteile eines Artikels oder welche Anzeigen gibt es in einer Zeitung? Mit diesen und vielen weiteren spannenden Fragen haben sich in den vergangenen Wochen die Schüler der Klasse 10 a und ihre Lehrerin Maren Herfurth am Sebastian-Münster-Gymnasium beschäftigt.
Intensiv haben sich die Jugendlichen mit dem gedruckten Medium auseinandergesetzt. Das Kennenlernen der Zeitung und ihrer Bestandteile, die Wichtigkeit von Informationen sind wesentliche Aspekte, die bei dem bereits seit Jahren erfolgreich angebotenen Projekt „Schüler lesen Zeitung“ der „Allgemeinen Zeitung“ vermittelt werden sollen. Ein Besuch von AZ-Redakteur Gerhard Grunwald im Unterricht gab jetzt die Möglichkeit, unzählige Fragen zu stellen. „Wie viele Exemplare werden gedruckt?“ „Woher kommen die Informationen und was verdient ein Journalist?“, sind nur einige Beispiele. Viele Schüler der Klasse kennen die AZ gut. In den meisten Familien liegt sie morgens auf dem Frühstückstisch. Klar, die lokale Berichterstattung trifft bei den meisten auf großes Interesse. Das, was direkt vor der Haustür passiert, ist erfahrungsgemäß am interessantesten. Die Lokalzeitung berichtet über die Entscheidungen im Stadtrat ebenso wie über die neuesten Entwicklungen in den Vereinen oder das Geschehen auf den örtlichen Fußballplätzen.
Einige der Zehntklässler treibt die Frage um, welche Ausbildung notwendig ist, um später einmal als Redakteur arbeiten zu können. Grunwald verweist darauf, dass der Journalismus ein freier Beruf ist. Der Zugang zum Redakteursberuf ist hingegen geregelt und führt bei Zeitungen und Rundfunkanstalten über ein Volontariat, das heißt eine betriebsinterne fachliche Ausbildung in den Medienunternehmen. Gerne gesehen wird von den Arbeitgebern eine Hochschulausbildung der angehenden Nachwuchskräfte. Der akademische Abschluss ist aber nicht zwingend Voraussetzung zur Aufnahme eines Volontariates. Diese und viele andere Fragen mehr gilt es zu beantworten bei diesem Besuch im SMG. Grunwald erläutert in aller Kürze auch Einzelheiten des Berufsalltags in der Ingelheimer Lokalredaktion. Hier geht es beispielsweise um die Frage, wie man Zugriff auf örtliche Informationen erhält oder aber, wer als Autor und freier Mitarbeiter hilfreich an dem Produkt Tageszeitung mitwirkt.
Auch die immer wieder spannende Herausforderung, in nachrichtenarmen Zeiten, wie den Schulferien oder den Tagen zwischen den Jahren, die Seiten mit möglichst spannenden Themen zu füllen, wird thematisiert. Das Pausenklingeln unterbricht jäh das interessante Gespräch. Ruckzuck sind die 45 Minuten, die für den Besuch eingeplant waren, verstrichen. Zumindest ansatzweise haben die Zehntklässler aber erfahren, wie sich der Berufsalltag auch im Zeitalter des Internets im äußerst spannenden Medium Tageszeitung gestaltet.

