In der Stalinallee
19.08.2011 - INGELHEIM
MAUERBAU Zeitzeuge Siegfried Buchholz vermittelt SMG-Schülern seine Erinnerung / Ausstellung in Mensa
(red). Für die 150 Schüler der 11. Jahrgangsstufe des Sebastian-Münster-Gymnasiums (SMG) waren die alltäglichen Geschichten, die Siegfried Buchholz (Jahrgang 1939), zur Erinnerung an den Mauerbau vor 50 Jahren erzählte, eine Begegnung mit einer fremden Welt. Nach dem Krieg lebte Siegfried Buchholz in Berlin-Britz. Im Zuge eine Grenzbegradigung kam jedoch sein Wohngebiet zum sowjetischen Sektor. Täglich pendelte er nun von Ost nach West zur Schule und zurück. Hautnah erlebte er den 17. Juni 1953, da sein Vater, der auf der Stalinallee arbeitete, sich den Demonstrationen anschloss. Ende der fünfziger Jahre wurde die Situation immer brenzliger. So wurde seine Mutter wegen 20 geschmuggelter Eier eines Wirtschaftsvergehens angeklagt und für drei Monate verhaftet. 1959 kehrte Siegfried Buchholz nicht mehr nach Ost-Berlin zurück, nachdem gewiss war, dass auch seine Mutter im Westen angekommen war. Den Mauerbau erlebte der heute in Mainz beheimatete Siegfried Buchholz bereits aus der sicheren Ferne.
In der Mensa des Sebastian-Münster-Gymnasiums ist bis Ende August die zeithistorische Ausstellung „Die Mauer“ zu besichtigen.

