Computer und Notizblock sind ein Muss
13.07.2011 - INGELHEIM
Von Gerhard Grunwald
AUSLANDSAUFENTHALT 15-jähriger Till Folger geht für ein Jahr nach Brasilien / Gespannt auf Leben in Südamerika
Nur noch wenige Tage gehen ins Land, dann wird Till Folger zu einem großen Abenteuer aufbrechen. Der 15 Jahre alte Ingelheimer, der bis vor kurzem die zehnte Klasse am Sebastian-Münster-Gymnasium besuchte, hat sich entschieden, ein Jahr lang in Brasilien zu leben und dort völlig neue und interessante Lebenserfahrungen zu sammeln. Möglich ist dies, weil die weltweit aktive Vereinigung „Rotary International“, deren Hauptziele Frieden, Völkerverständigung und die Schaffung menschenwürdiger Lebensbedingungen überall auf der Welt sind, spezielle Jugendaustauschprogramme anbietet. Der Rotary-Club Bingen, der diese Projekte für junge Menschen fördert, wird nun Till Folger die Chance bieten, ein Jahr lang das Leben in Südamerika kennenzulernen.
„Meine ältere Schwester hat bereits an dem Austauschprogramm der Rotarier teilgenommen. Sie war ein Jahr lang in Thailand und hat in dieser Zeit unwahrscheinlich viele neue wertvolle Erfahrungen gemacht“, berichtet der 15-Jährige. Ihn wird es nun in den Südwesten Brasiliens, in die Stadt Londrina, nahe der Grenze zu Paraguay und Argentinien, verschlagen. „Ich werde dort bei einer Gastfamilie wohnen und die Schule besuchen“, berichtet der Jugendliche, der als Berufswunsch Journalist oder Diplomat äußert.
Die für diese Berufe zwangsläufig notwendige Neugier ist nicht zuletzt auch die Triebfeder für das jetzt anstehende Auslandsjahr. „Ich möchte etwas komplett Neues kennenlernen“, lautet denn auch Tills Motivation für den Brasilienaufenthalt, der mit seinem Abflug vom Frankfurter Airport am 5. August beginnen wird. „Junge Menschen sollen offen und tolerant werden. Dieser Ansatz steckt hinter dem Rotary-Austauschprogramm“, schickt er noch ergänzend hinterher.
Damit Till Folger auch Kontakt zu den Einheimischen aufnehmen kann, hat er schon eifrig Portugiesisch im Weiterbildungszentrum gebüffelt, Spanisch-Unterricht hat er bereits zwei Jahre am SMG genossen, sodass er hofft, nicht völlig sprachlos durch die neue, zeitlich befristete Heimat zu irren. „Ich freue mich auf die Herausforderung“, gibt sich der Jugendliche selbstbewusst.
Drei Austauschschüler kommen nach Ingelheim
Sein Aufenthalt in Brasilien, der ihn auch noch zu zwei anderen Gastfamilien führen wird, ist im Übrigen kostenlos. Im Gegenzug mussten sich allerdings Tills Eltern dazu verpflichten, ebenfalls Jugendliche für ein Jahr lang in Ingelheim aufzunehmen, die dann hier zur Schule gehen werden. „Zunächst kommt eine Brasilianerin, dann noch zwei Mexikaner“, weiß Till, der in diesen Tagen schon daran denkt, was er für seinen einjährigen Aufenthalt in Südamerika in den Koffer packen muss.
Fest steht, dass Notizblock, Stift und Computer ein absolutes Muss sind. Till Folger hat sich nämlich fest vorgenommen, in regelmäßigen Abständen den Lesern der AZ per E-Mail über seine Erfahrungen und Abenteuer zu berichten. Und so wird er zweifelsfrei nicht nur neue kulturelle, sondern auch erste journalistische Erfahrungen in diesem spannenden Jahr machen.

