Gymnasium zieht in Realschule
05.07.2011 - INGELHEIM
Von Gerhard Grunwald
BILDUNG Wenn „Kapri“ am Jahresende zum Gänsberg umsiedelt, kann SMG Säle und Turnhalle nutzen
Der Streit zwischen dem Schulelternbeirat des Sebastian-Münster-Gymnasiums und der Kreisverwaltung Mainz-Bingen wegen der künftigen Nutzung der Räume der Kaiserpfalz-Realschule plus (Kapri) ist beigelegt worden. Wie die AZ auf Anfrage erfuhr, haben sich Vertreter der Kreisverwaltung, der Schulleitung und des Elterngremiums jetzt zu einem Gespräch getroffen, bei dem der für den Bereich Schulen zuständige Kreisbeigeordnete Adam J. Schmitt mitteilte, dass das Gymnasium nach dem Umzug der Realschule plus deren Säle und die Turnhalle komplett beziehen kann. Die qualvolle Enge an dem von rund 1 700 Schülern besuchten Gymnasium dürfte damit der Vergangenheit angehören.
Laut Auskunft von Kreis-Pressesprecher Thomas Zöller wird der Neubau der Realschule plus voraussichtlich im Dezember dieses Jahres fertiggestellt sein. Der Umzug der Kapri könnte dann umgehend, wahrscheinlich in den Weihnachtsferien, erfolgen.
Wie berichtet, war es Ende Mai zu einem Eklat zwischen Schulelternbeirat und Kreisverwaltung gekommen, nachdem die Elternvertretung öffentlich über die Ungewissheit geklagt hatte, was die künftige Raumsituation am SMG angeht. Zudem wurde der Kreisspitze fehlende Gesprächsbereitschaft zu diesem Thema vorgeworfen. Landrat Claus Schick wiederum zeigte sich über diese Art des Umgangs miteinander höchst verwundert und antwortete dem Gremium umgehend in einem scharf formulierten Brief. In diesem Schreiben forderte er den Beiratsvorsitzenden Volker Bauer wegen dessen „unverschämten Beschuldigungen“ sogar zu einer persönlichen Entschuldigung beim Kreisbeigeordneten Adam Schmitt auf. Gleichzeitig kündigte der Landrat an, umgehend mit der Schulleitung weitere Gespräche zur Planung der künftigen Raumsituation am Gymnasium zu führen.
„Diese Gespräche waren harmonisch und sind in einer sehr konstruktiven Atmosphäre geführt worden“, erklärt Kreispressesprecher Thomas Zöller. Und auch Daniella Klein, Leiterin der Orientierungsstufe am SMG, würdigt das gute Miteinander: „Von den Spannungen zwischen Schulelternbeirat und Kreisverwaltung war beim jetzigen Treffen nichts mehr zu spüren.“ Nach dem Umzug der Kaiserpfalz-Realschule plus an den neuen Standort am Gänsberg soll in aller Ruhe eine gemeinsame Begehung des Gebäudes von Vertretern des Schulträgers und des Gymnasiums erfolgen. Dann muss geklärt werden, ob und wenn ja, welche Reparaturarbeiten am Gebäude erledigt werden müssen. „Die vorhandenen Möbel bleiben grundsätzlich erst mal drin. Man wird sehen müssen, wie verwohnt und verbraucht sie sind“, erläutert Zöller die derzeitige Planung. „Die Fachräume sollen zum Teil aber mit neuer Ausstattung bestückt werden“, weiß SMG-Lehrerin Daniella Klein.
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