Musikgenuss mit asiatischen Anklängen
21.06.2011 - INGELHEIM
Von Heinrich W. Hamann
JUGEND MUSIZIERT Japanische Gäste spielen im Weiterbildungszentrum auf
Im Rahmen eines bereits seit 1991 gepflegten Jugendaustausches, der organisatorisch mittlerweile in den Händen des Bundeswettbewerbs „Jugend musiziert“ liegt, besuchten junge japanische Musiker auch Rheinland-Pfalz und gaben gemeinsam mit deutschen Bundespreisträgern ein Konzert im Ingelheimer Weiterbildungszentrum.
Unter den Gästen war die Initiatorin dieses Austausches, Reiko Takahshi Irino, Witwe des bekannten, 1980 verstorbenen Komponisten, Yoshiro Irino - aus dessen Schaffen Chikako Tomita (Violine) und Arisa Fujisawa (Klavier) ein Zwölftonstück boten.
Betreut wurde die Delegation junger Musiker von dem Musiklehrer am Sebastian-Münster Gymnasium, Jürgen Peukert, der den rheinland-pfälzischen Landeswettbewerb „Jugend musiziert“ leitet und der Ingelheimerin, Hanna Schumacher, deren Mutter Japanerin ist. Werke westlicher Komponisten sowie zeitgenössische und traditionelle japanische Musik und die exzellente Ausführung machten den Abend zu einem höchst ansprechenden Hörgenuss; einem nicht alltäglichen auch „asiatisch klingenden“, weil Saki Matsui und Wakana Ikeda „Koto“ spielten: ein hier weniger bekanntes Saiteninstrument, fast zwei Meter lang und 25 Zentimeter breit, dessen 13 Stränge über bewegliche Stege laufen, die während des Spiels verschoben werden, was die Einstellung bestimmter Töne ermöglicht.
Zum Zupfen der Saiten werden die Finger mit oder ohne Plektren benutzt.
Beim Vortrag der „westlichen“ Stücke (von Beethoven, Debussy, de la Presta, Kodály, Liszt) waren Arisa Fujisawa und Ryo Kobayashi (Klavier) und die ganz aktuell mit zweiten und dritten Plätzen ausgezeichneten Bundespreisträger zu hören: Carmen Grzeca aus Ransbach-Baumbach (Querflöte) im Duett mit dem Harxheimer Martin Brunet (Klarinette), das Partenheimer Brüderpaar Adrian (Violine) und Rafael Menges (Violoncello) und die Mainzer Harfenistin, Isabelle Müller. Hanna Schumacher (Violine), vor zwei Jahren unter den Bundessiegern und Wakana Ikeda (Koto) warteten mit einem deutsch-japanischen Duett (Michio Miyagi, The Sea in Spring) auf.
Das begeisterte Publikum - Jürgen Peukert hatte den leider etwas mäßigen Besuchunter anderem mit terminlich konkurrierenden schulischen Verpflichtungen erklärt - bedachte die Beiträge mit langem Applaus und einer standing ovation.

