Rollenspiel im EU-Parlament
15.04.2010 - MAINZ
SIMULATION Laubenheimer Student Simon Ant auf internationalem Parkett
/STRASSBURG (MH). Eine Woche lang das EU-Geschehen hautnah miterleben und in die Rolle von Ministern der EU-Mitgliedsstaaten, Europaabgeordneten, Lobbyisten, Journalisten oder Dolmetschern schlüpfen: Darum geht es bei der EU-Simulation "Model European Union" (MEU), die noch bis Samstag im Europäischen Parlament in Straßburg stattfindet. Einer der 180 Teilnehmer aus Europa ist der Laubenheimer Simon Ant.
Thema Nahrung
Themen der Diskussionen bei der politisch ausgesprochen anspruchsvollen Veranstaltung, für das der ehemalige Präsident des Europäischen Parlaments, Hans-Gert Pöttering, die Schirmherrschaft übernommen hat, sind die Verordnung zu gentechnisch veränderten Organismen und die EU-Rückführungsrichtlinie. Zur Vorbereitung auf ihre Rollen durften die 18- bis 25-Jährigen bei verschiedenen Trainingskursen mitmischen. Dabei wurde die historische Entwicklung der EU nachvollzogen. Auch der Ablauf des Gesetzgebungsprozesses im EU-Parlament stand auf der Agenda. Zudem konnten die jungen Männer und Frauen in einem Workshop ihre rhetorischen Fähigkeiten verbessern. Am Montag startete das eigentliche Rollenspiel im Parlament, bei dem ein Gesetzesentwurf der Kommission zur Regulierung von genmanipulierter Nahrung behandelt wurde.
In vielen Fragen einig
"Bei der Simulation geht es um viele verschiedene Dinge", schwärmt Ant, der an der Johannes Gutenberg-Universität Politikwissenschaft sowie Mittlere und Neuere Geschichte im fünften Semester auf Magister studiert und in Straßburg einen Parlamentarier der Grünen aus Österreich mimt. "Das Wissen über die EU war bei mir sehr lange sehr gering." MEU stelle eine gute Möglichkeit dar, diese Lücke zu verkleinern. "Ein anderer Aspekt ist, dass man hier mit Menschen aus ganz Europa zusammen kommt", macht der 22-Jährige deutlich. "Es ist ein Gewinn zu erkennen, wie unterschiedlich die Kulturen auf der einen Seite sind und wie einig man sich in vielen politischen Fragen in Europa ist. Wobei man hier sicherlich zugeben muss, dass die Teilnehmer eines MEU nicht repräsentativ für ihre ganze Nation zu sehen sind."
Zum Abschluss der Simulation werden die im Laufe der Woche erzielten Ergebnisse im Rahmen einer Podiumsdiskussion mit Experten ausgewertet.
Der Weiterbildungsaufenthalt im Elsass hilft dem Laubenheimer zum einen, Europa besser zu verstehen. "Man kann Stärken und Schwächen des Systems EU erkennen. Das Wissen kann dazu beitragen, die EU durch konstruktive Kritik zu reformieren und den Menschen verständlicher zu machen." Zum anderen sammelt er wertvolle Erfahrungen für die Arbeit in einem internationalen Umfeld.

