FORSCHUNG Sportstudenten befragen Zuschauer in Vancouver
(red). Bei den derzeitigen 21.Olympischen Winterspielen, die noch bis zum 28. Februar in Vancouver in der kanadischen Provinz British Columbia ausgetragen werden, ist auch die Forschungsgruppe Olympia der Johannes Gutenberg-Universität Mainz vor Ort. In Kooperation mit dem Internationalen Biathlon-Verband führt das Team unter der Leitung von Prof. Dr. Norbert Müller eine Zuschauerumfrage durch. Im ausverkauften Olympic Parc von Whistler hoffen Lisa Reithmann, Katharina Galuba und Katie Scholl, das "Olympic Research Team", an vier Wettkampftagen auf eine hohe Teilnahmebereitschaft.
"Bei 23 Einzelfragen müssen die Zuschauer schon etwas Zeit und guten Willen mitbringen, aber wir hatten bisher nie Schwierigkeiten, die Sportfans auch für unsere Sache zu begeistern", erinnert sich Prof. Müller, der erklärt: "Und zum Glück können wir dieses Mal die Befragung auch direkt in englischer Sprache durchführen - gegenüber Peking 2008 eine erhebliche Erleichterung für unser Team."
Das "Olympic Research Team" des Mainzer Instituts für Sportwissenschaft führt bereits seit 1992 bei allen Olympischen Spielen Fragebogenaktionen durch und gilt auf diesem Gebiet als weltweit führend. Im Mittelpunkt stehen diesmal Fragen wie die nach dem Stellenwert des in Nordamerika wenig praktizierten Biathlons bei den kanadischen im Unterschied zu den europäischen Zuschauern. Außerdem interessiert das Mainzer Team das Bewusstsein der Zuschauer für olympische Werte wie einen dopingfreien Spitzensport und die Vorbildwirkung von Olympioniken. Und das Umfrageteam möchte erfahren, wie das kulturelle Rahmenprogramm, das in diesem Jahr insbesondere die Traditionen der kanadischen Ureinwohnern widerspiegelt, von den Olympiazuschauern angenommen wird.
Die Auswertung der Fragebögen nehmen die Sportwissenschaftler dann an der Universität Mainz vor; mit Ergebnissen ist im Mai zu rechnen. Das Projekt wird aus dem Forschungsfonds der Johannes Gutenberg-Universität bezuschusst.

