Kunst trifft auf Wissenschaft
23.02.2012 - MAINZ
Von Katerina Ankerhold
PROJEKT Uni und Kunsthochschule bieten Seminar unter dem Titel „Come Together“ an
Ein kleiner Raum, in schwarzen Rahmen an der Wand neonleuchtende Pilze vor weißem Hintergrund, auf dem Boden ein langer, verdrehter Streifen Kunstrasen; darum herum scharen sich etwa 30 Studierende.
In diesem Atelier einer Studentin der Kunsthochschule Mainz entsteht tagtäglich Kunst; so wie auch in den Ateliers der anderen zwölf werdenden Künstler, die sich mit 18 Studierenden der Kunstgeschichte der Universität Mainz zusammengetan haben, um sich über die eigenen entstehenden Werke auszutauschen.
„Come Together - Kunst trifft Wissenschaft“, so der Titel dieses Seminars besonderen Charakters, das für das Semester von Dr. Gregor Wedekind, Professor der Kunstgeschichte an der Uni Mainz, initiiert wurde.
Sein Seminar sei ein „Brückenschlag zwischen zwei Institutionen, der nicht so selbstverständlich ist“, erklärt er. In Mainz gehört die Kunsthochschule der Universität zwar institutionell an, ist jedoch strukturell völlig eigenständig organisiert.
Der Austausch sei rar, so Wedekind, von dem fächerübergreifenden Seminar versprach er sich deshalb einen für beide Seiten fruchtbaren Diskurs: Seine Studierenden der Kunstgeschichte würden im Beruf früher oder später sicher mit moderner Kunst konfrontiert, darauf jedoch in ihrem wissenschaftlichen Studium zu wenig vorbereitet. So könnten sie durch das Seminar die künstlerische Praxis kennen lernen und Berührungsängste abbauen.
Im kunsthistorischen Zusammenhang
Andersherum bekämen die teilnehmenden Künstler die Möglichkeit, ihre Arbeit im kunsthistorischen Zusammenhang positionieren zu lassen.
Winfried Virnich, Rektor der Kunsthochschule Mainz, begrüßt das „Interesse der Wissenschaftscommunity an konkreter künstlerischer Arbeitsebene“.
Im Laufe des Semesters beschäftigten sich jeweils ein bis zwei Kunsthistorikstudenten mit dem Werk eines Künstlers und stellten ihre wissenschaftlichen Überlegungen im Seminar zur Diskussion. „Das macht richtig Spaß und ist sehr interessant“, findet Laura Domes, Studentin der Kunstgeschichte. „Besonders spannend zu beobachten ist unsere ganz unterschiedliche Art, über Kunst zu sprechen.“
Zu den Werken gehören nicht nur Bilder, sondern auch Videoinstallationen, Fotografien und Skulpturen der sich überwiegend in der Mitte ihres Studiums befindenden Künstler.

