Speyerer Nahrungsergänzungshersteller Cell Immun zieht nach Bingen
22.02.2012 - BINGEN
Von Erich Michael Lang
Parkplätze sind derzeit vor dem ehemaligen Gesundheitsamt an der Maria-Hilf-Straße Mangelware. Die Flächen sind für Baucontainer und einen Kran reserviert. Nebenan steht der Bagger tief in der Baugrube, wo demnächst ein Anbau an das denkmalgeschützte Gebäude in die Höhe wachsen wird. Im Innern des Hauptgebäudes donnert gerade mit großem Krawumm Bauschutt in eine Schubkarre. Hier, wo der Staub derzeit am dicksten ist, wird sich im Herbst der Empfangsbereich der Cell Immun GmbH befinden. Das Unternehmen für Nahrungsergänzungsmittel verlagert seinen Sitz von Speyer nach Bingen und hat sich als Domizil das repräsentative Gebäude neben der Burg Klopp ausgesucht. Ein ebenfalls denkmalgeschützter, rund 3000 Quadratmeter großer Garten im hinteren Grundstücksbereich zum Burggraben gehört ebenfalls dazu. Berge von Erde türmen sich da derzeit auf, daneben Bruchsteine, die aus dem Abbruch fein gesammelt werden, um sie wieder einbauen zu können. Das Material, vermutlich aus dem Steinbruch Trechtingshausen, ist in dieser Farbqualität heute nämlich nicht mehr zu bekommen.
Cell Immun-Geschäftsführer Dominik Dreyer kann mit einem Lächeln über die Baustelle schauen und scherzt, weil der Elektriker wegen des Denkmalschutzes seine liebe Not haben wird, mit seinen Kabeln am Stuck vorbei zu kommen. Eigentlich hätte zum Frühjahr alles fertig sein sollen. Aber die Verhandlungen wegen der Baugenehmigung zogen sich länger hin. Nun drückt das Unternehmen, dessen Produkte unter anderem begleitend zur Chemotherapie bei Krebspatienten zur Anwendung kommen, die Zeit. In Speyer laufen ebenfalls Bauarbeiten an, so dass vorproduziert worden ist. Der Maschinenpark soll bis zum Herbst bei einer Binger Spedition unterkommen und Cell Immun muss übergangsweise Büros für die Verwaltung anmieten.
Das Gebäude an der Maria-Hilfs-Straße soll nicht nur Unternehmenssitz sein, sondern auch Fortbildungsstätte für einen ganzheitlichen, medizinischen Ansatz sowie Praxis- und Bürogebäude. Insgesamt 5,2 Millionen Euro investiert Cell Immun in die Sanierung und den Anbau. 20 Mitarbeiter werden hier ab Herbst in Bingen ihren neuen Arbeitsplatz haben. Die gewachsene Bausubstanz im Stadtkern von Bingen wurde bewusst ausgewählt, um auch baulich die Unternehmensphilosophie zum Ausdruck zu bringen: Wie in der Pflege und der Unterstützung des Bestehenden Nachhaltigkeit und Lebensqualität zum Ausdruck kommt. „Wir möchten hier den alten, historischen Charme wiederbeleben.“ Derzeit verhandelt Dreyer mit einem Radiologen für eine Praxis im Erdgeschoss. Statisch hat sich heraus gestellt, dass die schweren radiologischen Geräte nicht für die oberen Stockwerke geeignet sind. Außerdem soll in das Gebäude eine Naturheilkunde-Praxis einziehen. Im Neubau wird die Produktion des Unternehmens unterkommen. Der Neubaubereich wird sich durch ein Runddach markant vom Bestand abheben. Der wird derzeit übrigens gerade trocken gelegt. Die Nässe im Keller drohte nach oben zu ziehen. Rundherum ist der Kellerbereich nun freigelegt und wird isoliert. Derweil muss der Besucher noch über eine Baudiele nach draußen balancieren. Das wird schon in wenigen Monaten ganz anders aussehen. . kommentar

