Wenig Erfahrung, aber viel Talent
27.07.2010 - WALDALGESHEIM
Von Dirk Waidner
FUSSBALL-OBERLIGA SÜD-WEST Alemannia Waldalgesheim verpflichtet 16 Neuzugänge / Nur fünf Spieler aus dem letztjährigen Kader
Mit einer nahezu komplett neuen Mannschaft geht der SV Alemannia Waldalgesheim in die am Wochenende beginnende Saison der Fußball-Oberliga Südwest. Mit Christian Klöckner, Marcel Fennel, Jörg Cevirmeci, Philipp Selig und Philipp Schrimb sind nur fünf Spieler des letztjährigen Kaders verblieben, die in der neuen Mannschaft tragende Rollen einnehmen sollen. Denn die 16 Neuzugänge sind in erster Linie junge Spieler, die über wenig Erfahrung, aber viel Talent verfügen.
Der ebenfalls neue Trainer André Weingärtner sieht nach der erfolgreich verlaufenen Vorbereitung optimistisch der Saison entgegen und glaubt, dass die Alemannia trotz des Umbruchs in ihrem dritten Oberliga-Jahr den Abstieg vermeiden kann. „Wir befinden uns in der letzten Woche unserer sechswöchigen Vorbereitungsphase. Der aktuelle Stand ist, dass wir sehr zufrieden sind mit der Mannschaft. Wir haben in den Testspielen gute Ergebnisse erzielt und den Zuschauern attraktiven Offensivfußball geboten. Ich denke, es ist eine gute Basis gelegt, damit die Saison einen positiven Verlauf für die Alemannia nehmen wird“, sagte Weingärtner auf der Pressekonferenz des Vereins.
Im Kopf des Trainers steht bereits die Elf, die am Freitag um 19.30 Uhr im Stadion an der Waldstraße das Saison-Auftaktspiel gegen den Aufsteiger SV Gonsenheim bestreiten wird. Er lässt aber auch keinen Zweifel daran, dass sich in dieser ersten Besetzung im Laufe der Runde immer wieder Änderungen ergeben können. Denn einige der jungen Spieler, die gerade erst aus der A-Jugend kommen, werden sich weiter entwickeln und nach Weingärtners Auffassung steigenden Druck auf die Stammspieler ausüben. Zudem ist eine Leitfigur wie Manuel Helmlinger noch angeschlagen und wird erst in zwei, drei Wochen spielfähig sein. Auch Stürmer Björn Grimm ist nach einem Bänderriss im Fuß nicht richtig fit, soll mit einem Tapeverband am Freitag aber spielen können.
Grundsätzlich bereitet die Offensivabteilung dem Coach momentan noch am meisten Kopfzerbrechen, da ein Knipser fehlt, der für die einfachen Tore zuständig ist. „Wir sind noch auf der Suche nach einem Stürmer. Aber auch wenn wir keinen finden, ist uns mit diesem Kader nicht Bange“, erklärt Weingärtner, der eine große stärke seines Teams in dessen großen Kampfgeist sieht.
Das Spiel gegen den Ball und eine klare Ordnung im 4:4:2-System wurde mit harter Trainingsarbeit einstudiert. Klar ist allerdings auch, dass nach sechs Wochen Vorbereitung eine völlig neu zusammengestellte Mannschaft noch nicht wirklich eingespielt sein kann. Deshalb bittet der Trainer um Geduld, wenn nicht gleich alles auf Anhieb funktioniert. „Unser Kader hat ein Durchschnittsalter von 20,9 Jahren. Den jungen Spielern muss man auch mal Fehler verzeihen. Wir werden am Freitag gegen Gonsenheim sicher noch nicht den perfekten Ball spielen.“
Eine wichtige Rolle spielen dabei die erfahreneren Kräfte, die die Verantwortung tragen sollen. Dazu gehören auch die Neuzugänge Patrick Walter, Eugen Koslowski und Oliver Hoch, die mit 21, 22 Jahren zwar ebenfalls noch sehr jung sind, in ihren alten Vereinen aber immerhin schon Regionalliga-Erfahrung gesammelt haben. Kurzfristig zerschlagen hat sich der Wechsel von Burak Tasci zum SVA, dessen Vertrag wieder aufgelöst wurde, da er nach einer beruflichen Veränderung nicht mehr dreimal wöchentlich trainieren kann. Als Ersatz holte die Alemannia Mattis Oesterreich von der A-Jugend von Mainz 05, der als Außenverteidiger und im Mittelfeld eingesetzt werden kann.
„Es wäre vermessen zu sagen, wir spielen um Platz acht oder neun“, gibt Weingärtner als Saisonziel einzig den Klassenverbleib vor. Für den Auftakt passt es ihm gut, dass mit dem SV Gonsenheim ein Aufsteiger nach Waldalgesheim kommt, der nicht gerade als übermächtiger Gegner auftreten wird.

