Kostümsitzung des Karnevalverein Waldalgesheim bietet bunten Mix aus Kokolores, Wortwitz und Musik
31.01.2012 - WALDALGESHEIM
Von Conny Haas
Eine Fiesta Mexicana der besonderen Art feierten am Samstagabend rund 800 Besucher in Waldalgesheim. Der bunte Mix aus Kokolores, Wortwitz, Musik und Tanz brachte die wieder einmal beeindruckend geschmückte Keltenhalle zum Beben. Eine „Rakete“ reihte sich an die andere. Jede einzelne - vor allem in der ersten Halbzeit - war verdient.
Laura Kraft zeigt artistische Einlagen
Erster Höhepunkt: Der „Werbefilm Zorro“, bei dem René Piroth hervorragend die Kamera geführt hatte und die Akteure des KVW ihre schauspielerischen Talente unter Beweis gestellt haben. Nach dem Einzug aller Aktiven unter den Klängen des Orchestervereins Waldalgesheim eröffnete Tanzmariechen Laura Kraft mit artistischen Einlagen fulminant das Bühnenprogramm. Trainerin Melanie Jung hatte ganze Arbeit geleistet, genauso wie beim Auftritt ihrer „Roten Teufel“, der sportlichsten der Waldalgesheimer Garden. Zu Recht haben sich die Mädels bei der Deutschen Meisterschaft bis auf Rang vier nach vorne gekämpft, „Rang drei leider knapp verpasst“, wie Sitzungspräsident Klemens Jung, in diesem Jahr als Zorro verkleidet, feststellte. In Versform versteht sich.
Überhaupt begeisterten die Tanzdarbietungen. Egal ob die Funken mit ihrer Interpretation von „Zorro“ (Leitung Alexandra Bohr und Maike Bremmer), Tamamäba mit dem Gute-Laune-Musical „Mamma Mia“ (Nora Hartmann und Sarah Casella), die Silver Stars mit einem zackigen Gardemarsch (Anke Munzlinger), die Tanzmariechen mit einem feurigen Flamenco (Nora Hartmann und Sarah Casella) und die neu gegründete Gruppe „Radiance“ mit ihrem akrobatisch angehauchten Showtanz „Zirkus“ (Katja Hochleitner und Melanie Reimschüssel) - alle Gruppen zeigten auf ihre Art etwas Besonderes, die Kostüme waren einfallsreich und setzten optische Glanzpunkte.
Und auch die Herren standen ihren tanzenden Kolleginnen in nichts nach: Als Azteken brachten sie nicht nur die weiblichen Zuschauer zum Jubeln. Den größten Applaus des Abends und Standing Ovations erhielt der „Rheinländer“ Guido Job für seinen zum Teil derben, aber nie unter die Gürtellinie gehenden Wortwitz und seine gekonnt vorgetragenen Parodien - selbst Jopi Heesters ließ er wieder auferstehen.
Als Mexico-Trommler mit lustigen Vierzeilern - von Familienproblemen bis hin zu Englands Traumhochzeit - heizte die Familie Schitthof den Besuchern gleich in der ersten halben Stunde mächtig ein. Natürlich durften beim KVW-Motto „Mexiko“ Lieder wie „Viva la Mexico“, „Fiesta Mexicana“ oder der Tequila-Song nicht fehlen. Zum Teil mit eigenen Texten versehen brachten diese die „Clowns“ (Leitung Jürgen und Heidi Kunz) zu Gehör.
Geschichtsunterricht mit Lokalkolorit präsentierte Wilfried’s Comedy Truppe, verkleidet als Asterix und Obelix. Einen Ansturm auf die Lachmuskeln starteten noch Dieter Straube als Musik-Koch, Heidi Stein in ihrer legendären Rolle als Lahm Hannes und Erika Bottländer als ehegeplagtes „Mariechen“. Für gute Stimmung sorgte abschließend Eberhard Röthgen, der keinen Zweifel aufkommen ließ, wer der beste OB für Bingen wäre: er selbst. „Dann gäbe es keine Parkgebühren am Bahnhof und das Winzerfest würde sieben Wochen dauern.“ Mit knackig-kurzen Texten lud er außerdem zum Mitsingen und Schunkeln ein, bevor René Piroth mit „Simply the best“ das musikalische Finale mit den Mariachis und Klaus Heß einleitete. Nach fünf Stunden waren die Besucher immer noch bester Laune, jubelten den Akteuren zu und verabredeten sich bereits fürs nächste Jahr.

