Auf intergalaktischem Flug
07.02.2012 - NIEDERHEIMBACH
Von Christel Eichner
NARRENBURG Niederheimbacher glänzen mit Tanzgruppen und musikalischen Alleskönnern und nehmen Lokalpolitik aufs Korn
Man nehme schwungvolle Tanzgruppen, musikalische Alleskönner und eine kräftige Portion Lokalpolitik, schon kann man ahnen, was die Niederheimbacher Fassenacht so anziehend macht.
Schon von der ersten Minute der Kappensitzung an startet der „Intergalaktische Flug“ des Karnevalvereins Narrenburg voll durch. Dafür sorgt die Präsidentin des Siebenerrates, Dagmar Linkert, die auch das Steuer der zweiten von drei Kappensitzungen fest in der Hand hat. „Mir schunkele, mir danze, mir scherze“, beschwört sie die „Niederhaambacher Eigenart“.
Protokoller Aloys Maldaner befasst sich aber erst einmal mit den ernsteren Themen des Alltags. Von Bundespräsident Christian Wulff kratzt er die Kurve bis hin zu Verbandsbürgermeister Franz-Josef Riediger. „Ist irgendwo ein Jubelfest, find‘ er selbst das kleinste Nest“, ist seine Beobachtung. Und auch ein neues Welterbegebiet hat er ausgemacht, das Welterbe Oberes Heimbachtal. Die ungeliebten Oberheimbacher nimmt auch die Feuerwehrkapelle mit ihrem Kapellmeister Jürgen Breder ins närrische Visier. Nach der sprachlich kulturellen Integration der Nachbarn könne ein neuer Ort entstehen, NiedermitOberheimbach. „Wenn bei Haambach die rote Sonne im Rhein versinkt“, erschallt dann, vorgetragen von der Haambacher Feuerwehrkapelle Firefighters, als neue Nationalhymne des aufstrebenden Ortes, der sich anschickt, im Sog des entstehenden Pumpspeicherwerks das Einkaufszentrum am Rhein zu werden.
„Es geschah am Tage X, es war wie immer, los war nix“, sinniert Toni Müller über das geheimnisvolle Auftauchen und Verschwinden des „Haambacher Lochs“. Auch eine Belohnung von 50 Euro, ausgesetzt von Bürgermeister Wagner, konnte das Rätsel noch nicht lösen. Oder weiß vielleicht doch jemand, wer das Pflanzloch in der Nähe der Fähre zugeschüttet hat. Sicher scheint, diesmal war es nicht der Gärtner.
Den Fährmann Kalli Schnaas plagen da zurzeit ganz andere Sorgen. „Muss nur noch kurz mein Haar färben, danach komm ich zu dir“, singt der Meister der ungepflegten Unterhaltung. Denn mit 50 hat er jetzt deutlich mehr Falten als Haare und „man ist zwar noch nicht ranzig, aber auch nicht mehr ganz frisch“, beschreibt er seine Lebenskrise.
Ganz und gar nicht in der Krise stecken die Tanzgruppen des Niederheimbacher Karnevalvereins. Mit Schwung und Schmiss eröffnet die Garde den Reigen der Tanzgruppen. Ob die Narrenburgmäuschen, die Tanzgruppe Masjal, die KVN Showtanzgruppe oder die Sambucas, ob die Pearls mit ihrer mitreißenden Burlesque oder das Männerballett - sie alle tragen zur Begeisterung des Publikums bei und ernten für ihre faszinierenden Vorführungen wohlverdienten Applaus.

