WERNERKAPELLE Ministerin wirbt für Toleranz
(gin). "Eine tolerante Welt beginnt immer bei uns selber." Mit diesen Worten begrüßte Peter Keber, Vorsitzender des Bauvereins Wernerkapelle Bacharach e.V., die Besucher der Veranstaltungsreihe "Toleranz vor Augen - Wernerkapelle, Bacharach - Das Forum 2008-2009". Die Musik von Cellist Florian Fischer sollte zum Hinhören animieren, die Kunst und "insbesondere dieses Fenster will zum Hinschauen verleiten", erklärt Moderator Dr. Frieder Schwitzgebel mit Blick auf den frei stehenden Rahmen mit 52 weithin leuchtenden, roten Glaselementen im Innenraum der Kapelle. Seit gut einem Jahr lenkt dieses Projekt des Wiesbadener Künstlers Karl-Martin Hartmann Aufmerksamkeit auf die Ruine der Wernerkapelle und soll Menschen dazu bewegen, sich mit der Geschichte dieses Ortes und mit der eigenen auseinanderzusetzen.
Mit Toleranz und grundlegenden Werten setzte sich auch die Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Heidemarie Wieczorek-Zeul, auseinander. "Wir können etwas tun, um diese Welt friedlicher zu machen. Fangen wir bei uns an", fordert sie. In Gesellschaft und Wirtschaft werde "Wettbewerb als Wunderwaffe" gehandelt, Menschenwürde, Gerechtigkeit und Frieden blieben dabei aber immer mehr auf der Strecke. "Wo bleibt dabei Solidarität oder Herzenswärme?"
Die von der Gesellschaft an den Tag gelegte Ignoranz und das fehlende Mitgefühl führe sogar zum größten Verbrechen der Menschheit, der Weltarmut. Jetzt sei die Zeit, das Fundament für eine gerechtere Welt zu legen. Die Wernerkapelle "zeigt, dass aus Hass etwas wachsen kann", denn dort sei durch das Mahnmal für den geschwisterlichen Umgang zwischen Juden und Christen der Geist von Mitgefühl, Gemeinsamkeit und Solidarität entstanden.

