Farbwirbel und Drahtgeflechte
25.10.2010 - OCKENHEIM
Von Helena Sender-Petry
AUSSTELLUNG Margaret Bolza-Greis und Rita Trzaskalik zeigen Werke in Ockenheim
Der Titel der Ausstellung mit Werken von Margaret Bolza-Greis und Rita Trzaskalik im Studio mL1 in Ockenheim ist trefflich gewählt. Denn „Vielschichtig“ sind auch die Bilder und Objekte der beiden Künstlerinnen, die sich wohltuend in Ausführung und Stil voneinander unterscheiden. Somit bietet diese Schau einen spannenden Ausflug in die Welt der Zeichnung, Malerei und Objektkunst zweier Kreativen, die gleichsam auch verschiedene Kunst-Epochen repräsentieren.
Nicht ihre großformatigen Farb-Assoziationen zeigt Trzaskalik, sondern kleine, faszinierende Seelenlandschaften führen den Betrachter im alten Ockenheimer Schulhaus in eigentümliche Welten. Grautöne scheinen auf Glas zu schwimmen, schnelle Striche mit dem Pinsel geben den verwehten Formen Rythmus und Dynamik, zarte, durchscheinende Abstraktionen, die sich auf subtile Weise immer wieder verändern. Die Arbeiten sind von undurchdringlichem Zauber, fremdartige Psychogramme, die nur selten Realitätsspuren zulassen. Die Wirklichkeit bleibt im Grunde immer schemenhaft. Wie schon bei früheren Arbeiten der Mainzer Künstlerin besteht das Faszinosum dieser Bildwelten auch darin, dass sich der Schauende darin spiegelt, um ein Teil der Komposition zu werden. Spannend sind auch Rita Trzaskaliks filigrane Drahtgeflechte, zierliche Objekte, die ihre Malerei in eine dritte Dimension heben. Denn ob Pigmente hinter Acryl oder Draht - es bleiben Kunstwerke, die auch beim dritten oder vierten Blick spannend und anregend sind.
Ganz anders, mehr der Tradition der frühen Moderne verhaftet, drückt sich Margaret Bolza-Geis aus. Farbe und grafische Form sind künstlerische Konstanten der 89-Jährigen, die nicht müde wird, sich mit der Welt und ihren Phänomenen auseinanderzusetzen. Was nicht bedeutet, dass hier keine Entwicklung zu erkennen ist. Im Gegenteil: Viele ihrer in Ockenheim gezeigten Arbeiten dokumentieren schwungvoll und sehr ansprechend, wie schön doch Gelb oder Weiß über Papier wirbeln kann.
Es ist die vierte Ausstellung, die Martin Lesch und seine Frau Annerose Antony-Lesch in ihren Atelierräumen organisiert haben. Man darf sich jezt schon auf die nächste Schau freuen.

