Jakobsberg ein „Andersort“
19.12.2012 - OCKENHEIM
BENEDIKTINER Pater Wolfgang Öxler zum siebten Erzabt von St. Ottilien / Bayern gewählt
(red). Die Missionsbenediktiner von St. Ottilien/Oberbayern, darunter auch die Mönche vom Jakobsberg, haben Pater Wolfgang Öxler OSB, den amtierenden Prior des Klosters bei Ockenheim, für unbestimmte Zeit zum siebten Erzabt von St. Ottilien gewählt. „Aller guten Dinge sind drei“, denn Pater Anselm Zeller und Pater Rhabanus Petri, die eine Zeit lang auf dem Berg gelebt haben, wurden auch Äbte: Zeller im Kloster Fiecht/Österreich und Petri Abt vom Schweiklberg an der Donau.
Notwendig wurde die Wahl, weil Erzabt Jeremias Schröder im Oktober zum Abtpräses der Kongregation gewählt worden war. 2008 entschied der Konvent von St. Ottilien eine Ämtertrennung. Der Präses soll sich ganz auf die Förderung der Mission konzentrieren. Weltweit haben die Benediktiner 50 Klöster. Der neue Erzabt gewinnt so mehr Zeit und Raum für die Anliegen und seelsorgerischen Aufgaben in St. Ottilien.
Erzabt Wolfgang, geboren 1957, ist seit 1979 Missionsbenediktiner von St. Ottilien und hat 1983 die feierlichen Gelübde abgelegt. Die Priesterweihe erhielt er 1988. Anschließend war er als Lehrer und Präfekt am Rhabanus-Maurus-Gymnasium in Mainz und im Internat tätig und wechselte als Kursleiter 1991 an das Exerzitienhaus St. Ottilien. Dort gehörte das besondere Engagement des musikverbundenen Geistlichen der Jugendarbeit.
2009 kam Erzabt Wolfgang zum Jakobsberg und führte das Bildungshaus. Im Januar 2011 übernahm er die Leitung der Gemeinschaft. Der Termin für die Abtsweihe durch den Bischof von Augsburg in 2013 wird noch festgelegt.
Kurz nach seinem Amtseintritt als Prior äußerte sich Pater Wolfgang gegenüber der AZ: „Der Jakobsberg ist für mich ein ,Andersort‘. Ich darf meinen Alltag zurücklassen und einen anderen Blickwinkel einnehmen. Für mich als Benediktiner heißt das auch, als Suchender mit Menschen gehen.“ Den Menschen spüren zu lassen, dass Glaube etwas froh Machendes und Spannendes ist, war sein Leitgedanke. Und damit befindet sich durch ihn der Jakobsberg auf einem guten Weg.
Gerade deshalb mischt sich unter die Freude über seine Wahl auch ein Stück Wehmut wegen seines Abschiedes vom Berg. Der Ockenheimer Ortsbürgermeister Arnold Müller ist sicherlich mit seiner Meinung nicht allein: „Wir gratulieren Erzabt Wolfgang zu seiner Wahl, aber wir hätten ihn gerne noch als Prior hier bei uns gehabt. Sein Stil, seine offene und mitreißende Art hat uns imponiert und wird uns fehlen“.
Das Kloster Jakobsberg aber kann sich in Zukunft der besonderen Fürsorge des Erzabtes Wolfgang sicher sein.


