Von Heike Sobotta
AKTION TAGWERK Schüler arbeiten einen Tag im Dienste einer guten Sache
13 Schülerinnen und Schüler arbeiteten einen Tag in der Kreisverwaltung Mainz-Bingen für einen guten Zweck. "Mein Tag für Afrika" heißt seit 2003 ein Slogan. Seit dieser Zeit lassen Jugendliche ab 13 Jahren in ganz Deutschland für einen Tag ihre Schulmappe zuhause und gehen stattdessen jobben. Jede Schule organisiert das auf eigene Art und Weise. An einigen werden Schüler selbst aktiv und suchen sich eine Stelle, an anderen Schulen findet verpflichtend ein Aktionstag für Tagwerk gemeinsam statt.
Eigeninitiative oder Impulse von den Eltern standen am Anfang bei den Jugendlichen, die sich an diesem Morgen um 8 Uhr im Veronazimmer der Kreisverwaltung trafen. Die Schüler arbeiten an diesem Tag nicht kostenlos. Ihr Lohn fließt in die Aktion Tagwerk, die damit in fünf Ländern Afrikas gezielt die Bildung Gleichaltriger unterstützt und fördert. Die erarbeiteten Gelder in der Kreisverwaltung kommen der Region Sumo in Ruanda zugute, da Rheinland-Pfalz mit Ruanda partnerschaftlich verbunden ist, ein Gebiet, das Landrat Schick selbst bereits besucht hat. Er ließ es sich zudem nicht nehmen, die jungen Leute im Alter von 13 bis 17 Jahren vor ihrem Arbeitsantritt zu begrüßen. "Wir tragen Verantwortung für die eine Welt, in der wir leben", hob er hervor. Er war sich aber auch sicher, dass jeder der Teilnehmer in mehrfacher Hinsicht von seinen Stunden in der Kreisverwaltung profitiert.
Ihnen bot sich neben der guten Tat die Möglichkeit, Arbeitsfelder der Kreisverwaltung wenigstens ansatzweise kennenzulernen, in einem Fall sogar im Büro des Vaters. Claus Schick verlas die Namen und die Abteilung, in der sie erwartet wurden. Danach hieß es Aufstellen zum obligaten Erinnerungsfoto, bevor es ernst wurde. Tanja Bodtländer übernahm es, die jungen Leute, die von den unterschiedlichsten Schulen aus dem ganzen Landkreis kamen, in die Abteilungen zu begleiten, wo sie schon erwartet wurden.
Der Arbeitstag selbst war für die Schülerinnen und Schüler unterschiedlich lang, entsprechend ihrem Alter und den damit verbundenen Jugendschutzbestimmungen. Die Jüngsten waren bereits im Laufe des Vormittags fertig. Der Arbeitstag von Marie Henß von der Regionalen Schule in Nieder-Olm dauerte dagegen bis 15.30 Uhr. Sie kam zum Jugendamt. Dort hatte sich Bruno Braden längst im Vorfeld überlegt, wie er die junge Mitarbeiterin für einen Tag beschäftigt. "Es soll ja eine sinnvolle Aufgabe sein", meinte er.
Letztendlich sortierte Marie Elternbescheide in Aktenordner und fand das völlig okay. "Herr Braden hat mir die Arbeit im Jugendamt erklärt und mir alles gezeigt, das war sehr interessant und schließlich arbeite ich für einen guten Zweck", so ihr Statement. Jeder Jugendliche erarbeitete so 50 Euro für die Bildung Gleichaltriger in Ruanda.

