Von Isabel Mittler
Nachwuchs-Tüftler von "Jugend forscht" wollen es ganz genau wissen / Interaktives Whiteboard fasziniert alle
BINGEN/INGELHEIM/BAD KREUZNACH. Energie und Geld sparen, die Umwelt schützen und sauber halten, Handgriffe im Alltag erleichtern, den Unterricht oder auch die Wege in der Schule optimieren waren Themen beim 12. regionalen "Jugend forscht"-Wettbewerb gestern in Bad Kreuznach.
98 Schülerinnen und Schüler gingen unter dem Motto "Du willst es wissen" in die Konkurrenz, die Jury hatte 52 Projekte zu bewerten. Stark vertreten waren auch die Jungen und Mädchen bis 14 Jahre, die bei "Schüler experimentieren" teilnahmen: 69 Tüftler stellten 33 Arbeiten in den Bereichen Bio, Chemie, Physik, Technik und Arbeitswelt vor.
Rumgeschnüffelt, wo in der Schule denn Energie vergeudet wird, haben Franziska Bienia (9) und Alina Panzenböck (10) von der Grundschule Ingelheim-Nord. "Ist der PC aus, sind die Fenster geschlossen, ist das Licht aus, wurde der Müll ordentlich sortiert?", haben sie erkundet und schlagen jetzt vor, dass zum Beispiel Stopp-Tasten in den Toiletten der Schule installiert werden, um Wasser zu sparen.
Magisch angezogen wurden die Teilnehmer von der Präsentation eines kostengünstigen, interaktiven Whiteboards. Bernhard Siegel (16) vom Privaten Gymnasium Weierhof/Bolanden sah nicht ein, dass für diese neue Technik im Klassenraum, die die alte Tafel ersetzen soll, mehrere tausend Euro ausgegeben werden müssen. Er tüftelte, angeregt vom Projekt eines US-Studenten, auf das er im Internet gestoßen war, an einer digitalen Beamer-gestützten Präsentation, die für etwa 70 Euro (für Wiimote und Laserpointer) zu haben ist. In seiner Schule konnte er sein Whiteboard bereits erfolgreich zum Einsatz bringen.
Angeregt von der Ausstellung "Körperwelten" in Heidelberg, beschäftigte sich Hannah Urfell gemeinsam mit den Mitschülern Franziska Hill und Philipp Allmann vom Gymnasium Kirn mit dem Mumifizieren und Plastinieren - ganz unter dem Motto "Balsam für die Ewigkeit". Für ihre Recherchen interviewten sie einen Bestatter aus Idar-Oberstein und erforschten die Tradition von Schrumpfköpfen. Sie wurden an ihrem Stand gestern im Autohaus Fleischhauer in Form von mit Salz und Zitronensaft behandelten "Apfelschrumpfköpfen" anschaulich gemacht.
Mit einem Ölteppichreiniger fürs Meer beschäftigte sich Nada Aldabbag (16) vom Stefan-George-Gymnasium Bingen. Bei mehreren Versuchen mit Speise- und Motoröl hat sie herausgefunden, dass man einen Ölteppich mit einem Magneten heranziehen kann, wenn man zum Beispiel nach Tankerunfällen Eisenpulver darüber streuen würde. Berücksichtigt wurden von der Jungforscherin nach einer Anfrage bei Greenpeace auch Auswirkungen auf zum Beispiel Delfine.
Mit einem für Schüler nahe liegenden Problem setzen sich Roman Frings (13) und Nicolas Flohr (12) vom Kirner Gymnasium auseinander: Wie bekommt man Kaugummi von Boden und Kleidung wieder ab? Letzteres Übel, so haben die Jungs herausgefunden, bekommt man durch Einfrieren der verklebten Kleidung wieder in den Griff: "Die Kaugummistelle danach befeuchten und den Schmutz abziehen", raten sie. Besser noch: Kaugummi nie mehr auf den Boden spucken." Um in ihrem Zimmer eine optimale CO2-Bilanz erwirken zu können, müsste der ganze Raum mit Pflanzen versehen werden, das hat Sabrina Monz (13) von der Maria-Ward-Schule Mainz ausgerechnet. Derzeit, so gab sie zu, steht aber kein einziger Blumentopf in ihrem Zimmer. Ganz fasziniert davon, welche Kraft aufquellende Bohnen entwickeln können, berichtete Anna Anselmann von ihrem Projekt. Mit Mitschülerin Iris Kopp hatte sie Bohnen zum Sprengen von Plastikbechern gebracht.

