Von Christel Eichner
Hilfsaktion für Leukämiekranke
Ursprünglich als kleines Schülerprojekt geplant, entwickelte sich die Benefizveranstaltung des Stefan-George-Gymnasiums zu Gunsten der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) zu einem tollen Erfolg. 305 Spender ließen sich am Freitagabend registrieren und typisieren, um im Ernstfall passendes, gesundes Knochenmark für an Leukämie Erkrankte zu spenden.
Zwölf Ärzte aus Bingen und Umgebung saßen im Rheintal-Kongress-Zentrum bereit, um die fünf Milliliter Blut abzunehmen, die gebraucht werden, um Knochenmarkspenderdaten zu sammeln. In langen Schlangen standen die Spendewilligen an, füllten Fragebogen aus, in denen sie neben dem Namen Auskunft gaben über Gewicht und Krankheiten. Dann wurde ihnen Blut aus dem Arm entnommen, wer wollte, konnte noch einen Geldbetrag für die DKMS spenden, denn jede einzelne Typisierung kostet 50 Euro.
Eine finanzielle Überraschung bereitete Stefan Rumpf, Vizepräsident der Rotarier Bingen den Initiatoren: Der ehemalige SGG-Schüler überreichte einen Scheck über 5 500 Euro, der Lions Club Bingen stockte gemeinsam mit dem Leo Club Mainz den Spendentopf um 3 600 Euro auf.
"Ich dachte immer, es sei viel komplizierter", "Ich wollte mich schon immer typisieren lassen und hier ist jetzt die Gelegenheit", "Mein Onkel hatte Leukämie, seine Brüder haben für ihn gespendet", "In der Familie haben wir Krebs", "Ein Freund von uns erkrankte an Leukämie" und "Ich mache mit, weil ich es kann" - vielfältig waren die Gründe, sich in den Dienst der Guten Sache zu stellen.
Die Oberstufe des Gymnasiums hatte das Projekt "Leben spenden macht Schule" gut vorbereitet. Quer durch alle Oberstufenkurse zog sich das Thema Knochenmark- und Stammzellenspende. Begleitet von der Videokamera befragten die Schüler Passanten, was sie über Leukämie und Knochenmarkspende wissen.
Einen realen Bezug bekam der Unterrichtsstoff durch den SGG-Lehrer Rudolf Müller, der 1990 an Leukämie erkrankte und durch eine lange Behandlung mit Chemo-Therapie und Bestrahlung geheilt wurde.
Viele Schüler und Eltern hörten im Saal des Kongress-Zentrums den Informationen der Schüler zur Entstehung des Blutkrebses zu, informierten sich an den Stelltafeln oder nahmen die Info-Broschüren der DKMS mit nach Hause.
Ein ehemaliger Schüler des SGG, René Pickhardt, berichtete eindrucksvoll über seine Knochenmarkspende, eine ehemalige Leukämie-Patientin und Knochenmark-Empfängerin erzählte von ihren Erfahrungen.
Unterstützung fanden die Schüler auch bei den Politikern: Landrat Claus Schick übernahm gemeinsam mit dem ehemaligen SGG-Schüler und jetzigen Leiter des ZDF Hauptstadtstudios Berlin, Peter Frey, die Schirmherrschaft, Oberbürgermeisterin Birgit Collin-Langen überließ kostenfrei den Saal des Kongress-Zentrums für diese gute Sache.
Bürgermeister Thomas Feser und Kreisbeigeordnete Rosemarie Müller dankten für die Projektinitiative der Schule, die helfe, die Zahl der Spenderinnen und Spender von Knochenmark zu erhöhen. Für musikalische Begleitung durch den Abend sorgten die Musikpraxiskurse der Jahrgangsstufen 12 und 13.

