Von Siegfried Wenisch
HAITI-HILFE Benefizkonzert des Landespolizeiorchesters und dieser Zeitung für Erdbebenopfer
Mit einem grandiosen Benefizkonzert des Landespolizeiorchesters Rheinland-Pfalz im Rheintal-Kongress-Zentrum hat die Gemeinschaftsaktion "Deutschland hilft", initiiert von deutschen Rettungsorganisationen für die Erdbebenopfer in Haiti, hier getragen vom Landespolizeipräsidium, der Polizeiinspektion Bingen und mit Unterstützung der Allgemeinen Zeitung und der Stadt, einen beispielhaften Beitrag erfahren.
Walter Blatt, Inspekteur der Polizei Rheinland-Pfalz, hatte gerne die Schirmherrschaft übernommen, nicht ohne das traurige Ereignis von Anhausen, um den Tod ihres SEK-Kollegen mit einer Schweigeminute zu würdigen.
Ein abwechslungsreiches Musik-Programm, das sowohl weltbekannte Melodien aus Oper und Operette, neben mitreißenden Evergreens, aber auch stimmungsvolle Polkaklänge und beschwingte Märsche einschloss, war sicherlich dazu angetan, die Spendenfreudigkeit des Publikums positiv zu beeinflussen.
Das Polizeiorchester unter der Leitung des ersten Polizeihauptkommissars Hans-Georg Conrad hatte zwei profilierte Solisten zur musikalischen Unterstützung verpflichten können. Die Mainzer Sopranistin, Konservatoriums-Schülerin und fernseherfahrene Interpretin Ursula Ruperti brillierte in feinen Soli mit eleganter Stimme, auch Frank Häuser, Kirchenmusiker und Polizist, im Hobby auch voluminöser zweiter Bassist bei den Mainzer Hofsängern, wusste zu überzeugen. Der Eintritt zu diesem tollen Musikereignis war frei, aber den mehr als 700 Besuchern dürfte es nicht schwer gefallen sein, für die in Not geratene Bevölkerung in Haiti und den Wiederaufbau ihrer zerstörten Städte zu spenden. Der Spendenerlös von mehreren tausend Euro wird in voller Höhe an die Aktion "Deutschland hilft" fließen.
Mehr als zwei Stunden Musik der Superlative wurde geboten, von Christian Küchenmeister kurzweilig offeriert. Mit "under one flag" von Jay Bocoock startete das 36-köpfige Orchester den Reigen, um mit der Ouvertüre zur Oper "Die Macht des Schicksals" einen ersten Höhepunkt zu setzen. "Habanera" aus der Oper Carmen von Georges Bizet, mit der kristallklaren Stimme von Sopranistin Ursula Ruperti ausgemalt, fand sein begeistertes Publikum.
Die Polonaise aus der Oper "Rusalka" von Anton Dvorak leitete gekonnt über zum Lied des Kasper aus der Oper "Der Freischütz" über.
"Elektrisch" ging es bei der Schnellpolka von Eduard Strauß zu, ehe "Das gibt´s nur einmal" in einem Medley zu Gehör kam. "Was eine Frau im Frühling träumt", wusste Ursula Ruperti "geheimnisvoll" zu verraten, es war ein absoluter Ohrenschmaus. Bei den Tuba-Variationen zur Bassisten-Polka von Antal Farkas konnte Solist Gabor Rabi besondere Akzente setzen. Der Sinatra-Song "New York, New York" mit Frank Häser leitete über zum Erfolgshit "Something stupid", das der Solist mit Ursula Ruperti im Duett klangrein zu präsentieren wusste. Ein Abba-Medley bildete den Höhepunkt, ehe die gern gewährte Zugabe "Unter dem Sternenbanner" und die "Alten Kameraden" im Kongress-Zentrum den Reigen hochkarätiger Orchestermusik beendete.

