Von Franziska Buß
URLAUB Spanien und die Türkei gehören wieder zu den beliebtesten Zielen der Binger
Spanien, insbesondere Mallorca, und die Türkei gehören zu den beliebtesten Reisezielen der Binger. Das hat eine Umfrage der AZ bei einigen Reisebüros der Stadt ergeben. Doch auf der Suche nach den Trends für das Reiseverhalten 2010 lassen sich auch Unterschiede verzeichnen.
"Kreuzfahrten sind dieses Jahr sehr gefragt", erklärt Heinz Grüling vom Reisebüro Atlasreisen in der Schmittstraße. Besonders diejenigen, die über genug Zeit und finanzielle Mittel verfügen, setzen auf diese Art des Reisens. Zeit, so betont Grüling, sei ohnehin ein wichtiger Faktor.
"Lastminute in dem Sinne gibt´s nicht mehr", hält der Reiseberater fest. Sein Tipp daher: Vorbucherrabatte nutzen und sofort buchen. Bis 2011 liegen dem Reisebüro schon Buchungen vor. Zwar sei die Nachfrage nach Katalogen nach wie vor hoch, doch der Rücklauf ließe bisher noch auf sich warten, so Grüling. "Wir vermissen besonders Familien."
Zurückzuführen sei das unter anderem auch auf die "Wirtschaftskrise, die sich immer noch ganz gravierend" auf das Reiseverhalten auswirke. Ähnlich wie im vergangenen Jahr beeinträchtige die Wirtschaftskrise noch immer die Reiselust, und eine Trendwende sei nicht zu verzeichnen.
Trends kann Grüling jedoch zur Buchung von Einzel- und Paarreisen sowie bei der Nachfrage nach Kurztrips und Städtereisen erkennen. Als internationale Reiseziele sind die USA und Australien von besonderem Interesse. Europaweite Reisen haben seiner Meinung nach allerdings weiterhin die Nase vorn.
Markus Strebel vom Reisebüro Flugbörse in der Mainzer Straße hebt ebenfalls hervor, dass Spanien und die Türkei nach wie vor die Topziele sind. Griechenland sei als Reiseziel trotz der aktuell unsicheren Lage an dritter Stelle zu setzen. Die Nachfrage nach Reisen innerhalb Deutschlands sei gering: "Erfahrungsgemäß nehmen Touristen ihren Urlaub in Deutschland selbst in die Hand und telefonieren eigenständig Hotels durch. Ins Reisebüro kommt da kaum jemand", resümiert Strebel.
Familien gehören auch hier zu den Wenigbuchern. "Wir betreuen im Moment vor allem Einzelreisende, Paare und Senioren", erzählt Strebel. Außerdem hat er festgestellt, dass die typische Pauschalreise nach wie vor gefragt ist. In letzter Zeit sei allerdings die Tendenz zu Individualreisen gestiegen. Das Interesse an einer vielfältigen Reise, "zusammengesetzt aus vielen Puzzleteilen", sei groß. Die Wirtschaftskrise sei zwar immer noch zu spüren, doch im Vergleich zum vergangenen Jahr "zieht das Geschäft an", sagt Strebel. Auch "Geschäftsreisen werden immer noch gebucht", hält Eva Maria Rüsberg von Imperial Travel Service in der Elisenhöhe in Bingerbrück fest. Dieses Reisebüro hat sich nach ihren Angaben auf das Organisieren von Geschäftsreisen konzentriert.
Die Wirtschaftskrise habe geringfügig ihre Spuren hinterlassen: "Geschäftskunden fliegen weniger First Class und steigen eher auf Business Class um." Ansonsten "fliegen die Firmen unverändert weiter", sagt die Ehefrau des Geschäftsführers.

