INTERVIEW Ann-Christin Huber blickt auf zwei Jahre als Prinzess Schwätzerchen zurück
Nicht mehr lange, dann bekommt Bingen ein neues Prinzess Schwätzerchen: Doch was für Alisia Haber am Winzerfest beginnen wird, endet zeitgleich für die noch amtierende Majestät Ann-Christin Huber. Mit der AZ wirft sie noch einmal einen Blick auf zwei spannende und lehrreiche Jahre.
Ihre Amtszeit neigt sich nun dem Ende - sind Sie ein wenig traurig?
Ein bisschen. Die zwei Jahre waren echt super. Wir waren ein super Team, ich konnte mich immer auf meine Prinzessinnen Andrea Blumers und Simone Bell verlassen. Aber es kann nur durch Veränderungen auch etwas Neues entstehen. Ein Neues Prinzess Schwätzerchen ist immer ein Höhepunkt für Bingen.
Was war denn Ihr persönlicher Höhepunkt?
Unsere Reise ins englische Hitchin! Vor allem war es sehr lustig: Eigentlich hätten wir nur Handgepäck gebraucht, aber die großen Kleider füllten dann doch die Koffer. Und sowohl am Flughafen Hahn als auch in London-Stansted mussten wir die Koffer mit den Kronen öffnen. Da war vielleicht was los am Flughafen, überall hörte man nur "Gorgeous, wine queens!"
Können Sie sich noch an Ihre erste Rede erinnern?
Oh ja, da habe ich komplett den Faden verloren und wünschte mir, ein schwarzes Loch würde sich unter mir auftun! Aber dann lief es immer besser. Vor allem eine Rede, die ich mit Wein-Liedern gespickt hatte, ist mir im Gedächtnis geblieben: Alle Leute haben auf einmal mitgesungen, das war klasse.
Hat Sie Ihre Zeit als Majestät geprägt?
Ich habe sehr viel gelernt. Organisation, Disziplin, Rhetorik - man bekommt sehr viel geboten und diese Erfahrungen sollte man mitnehmen. Das Tolle ist nicht, nur ein schönes Kleid zu tragen - im Vordergrund steht immer die Stadt Bingen mit ihren Weinen und Winzern. Man ist Repräsentantin, mit Verpflichtungen und einer großen Verantwortung.
Zwar endet nun Ihre Zeit als Prinzess Schwätzerchen, aber Bingen bleiben Sie als CDU-Stadtratsmitglied erhalten. Waren Sie von Ihrem Wahlerfolg überrascht?
Ja, das war eine riesige Überraschung. Mit diesem tollen Ergebnis hätte ich nie gerechnet! Durch das große Vertrauen der Wähler bin ich nun umso motivierter, meine Sache gut zu machen. Aus diesem Grund habe ich auch meine Bewerbung zur Rheinhessischen Weinkönigin zurückgezogen, ich will mich richtig auf meine Aufgabe im Stadtrat konzentrieren.
Trotz Politik - Sie bleiben dem Wein treu?
Natürlich, schließlich lebe ich ja auch auf einem Weingut. Ich helfe gern in unserem Betrieb, bin gern im Weinberg. Und ich kann mir vorstellen, nach meinem Studium der Publizistik und Betriebswirtschaftslehre an der Universität Mainz eine Ausbildung oder ein weiteres Studium im Bereich des Weins aufzunehmen. Vielleicht übernehme ich ja eines Tages den Betrieb meiner Familie. Dem Wein werde ich immer treu bleiben.
Das Gespräch führte
Jacqueline Grünewald

