Von Christine Tscherner
Stadt denkt über geplanten Hallen-Neubau als Alternative zum Kempter Sportheim nach
BINGEN. Der Jugendausschuss fordert Klärung: Wo außer im Kempter Sportheim können jugendkulturelle Veranstaltungen mit über 400 Personen künftig stattfinden? Der Mehrzweckhallen-Neubau im Kühweg steht im Blickpunkt.
Jessica Heil und Anke Schröder, Zwölftklässlerinnen der Hildegardisschule und im Organisationsteam der Vorfinanzierungs-(Vofi)-Partys, sind ganz begeistert vom Kempter Sportheim-Kompromiss. "Sogar die Sektbar und die Küche wurden uns angeboten." Na bitte, es gehe doch.
Die Jugendabteilung will aber nicht für jede Veranstaltung der Jugendkultur betteln gehen müssen. Darum der Vorschlag der Verwaltung: Wenn sich die Premiere im Sportheim bewährt, soll die Stadt mit den Eignern Hassia und TSG in Verhandlung treten.
"Finden wir keine Einigung, kann die geplante Mehrzweckhalle am Kühweg eine Alternative werden", bekräftigt Stephan Pohl für die CDU-Fraktion den Verwaltungsvorstoß.
Gegenseitige Schuldzuweisung auch im Jugendausschuss: Sozialdemokraten werfen der von Christdemokrat Thomas Feser geführten Jugendabteilung mangelnde Unterstützung bei der Suche nach Räumen vor. Alfred Schiefer: "Sich hinter der Zuständigkeit des Sportamts bei den Sporthallen zu verschanzen, das ist doch ein Verstecken hinter Formalien!"
Christdemokraten halten dagegen: Einheit in der Verwaltung fehle. "Bei Breakpoint hatten wir zur Hallenvergabe das gleiche Trauerspiel", feuert Pohl in Richtung des SPD-Dezernats für Sport. Schwarzer-Peter-Spiel, Legenden-Bildung, provokative Wahlkampf-Polemik, unfaire Darstellung - Schlagabtausch am Ausschusstisch. Bürgermeister Feser (CDU) fühlt sich hart angegriffen: "Als wir bei den Hallenbetreibern in Kempten wegen Jugendfeiern angefragt haben, erhielten wir eine klare Absage." Den Vorwurf der Untätigkeit auf der Suche nach geeigneten Vofi-Räumen lässt er nicht auf sich sitzen.
Es wird laut in der Runde. Der Ausschuss diskutiert emotional. Amtsleiter Franz Lang holt die Debatte auf die Fragestellung zurück: Wohin mit jugendkulturellen Veranstaltungen? Denn seit dem Umbau der Bingerbrücker Sporthalle fehlt der Raum für große Feste.
Und Lang nimmt Sportdezernent Hüttner in Schutz: "Die Rundsporthalle als einzig verbleibende städtische Alternative ist mit überregionalen Sportveranstaltungen wirklich sehr stark belegt." Der Vorschlag: Bewährt sich nach der Premiere das Kempter Sportheim, soll mit den Besitzern über eine künftige Nutzung verhandelt werden.
Gelingt dies nicht, sollen beim geplanten Neubau der Mehrzweckhalle im Kempter Kühweg Möglichkeiten zu jugendkulturellen Veranstaltungen integriert werden.
Der Auftrag an das Sportamt lautet: Eine Liste der Hallen erstellen mit Gründen, die gegen eine jugendkulturelle Nutzung sprechen. Auch der Kreis als Hausherr über viele Schulturnhallen soll angeschrieben werden.

