Montag, 13. Februar 2012 03:00 Uhr
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Allgemeine Zeitung

Bingen 

Leben von der Musik bestimmt

19.06.2007 - BINGEN

Gernot Blume ist ein Multitalent

bika. Sein Leben ist durch die Musik bestimmt: Ausnahmemusiker Gernot Blume macht aus seiner Leidenschaft keinen Hehl und ist überzeugt: "Musik ist eine fundamental menschliche Erfahrung." Schon mit fünf Jahren nahm der Binger Klavierunterricht und lernte ständig neue Instrumente. Nach dem Zivildienst stand für den 21-Jährigen fest, dass er am "California Institutes of Arts" Weltmusik, Jazz und Komposition studieren wollte. Beinahe problemlos absolvierte er das Studium zwei Jahre unter der Regelstudienzeit. Einzige Schwierigkeit war sein Wunsch, in mehreren Instrumenten gleichzeitig Einzelunterricht zu belegen. "Ich spiele nicht, um viele Instrumente zu spielen, sondern um jedes erfahren zu können." Klavier, Harfe, Nyckelharpa, Akkordeon, Kontrabass, Sitar, Surbahar, Vibraphon und vieles mehr - alles kein Problem. "Nur Blechblasinstrumente gibt´s bei mir nicht." Mit dem Diplom in der Tasche zog Blume nach Michigan, wo er Musikethnologie studierte. 1998 promovierte er über den amerikanischen Jazz-Pianisten Keith Jarrett. Diese Qualifizierung ermöglichte ihm schließlich eine Professur am "Lewis and Clark College" in Portland. Was für viele die Erfüllung ihrer Träume bedeuten würde, machte Blume nicht vollkommen glücklich. "Ich musste mich immer mehr mit Theorie beschäftigen und hatte immer weniger Zeit, selbst Musik zu machen", so der Künstler. "Meine Frau und ich hatten schon lange überlegt, nach Deutschland zu gehen." So zogen Gernot Blume, seine Frau, Julie Spencer, und die beiden Kinder 2003 nach Deutschland. Durch Kontakte kam er dann zu seiner Stelle als Musiklehrer an der Hildegardisschule. "Aber hauptberuflich bin ich freier Musiker", unterstreicht Blume. Ein Profimusiker an der Schule? Die Schülerinnen sind begeistert: "Er ist gar nicht abgehoben und kann super erklären", so die 14-jährige Theresa Rohrbach. Ihre Klassenkameradinnen Lea Paulus und Ann Kristin Mattes fügen hinzu: "Es ist cool, dass er so viele Instrumente kann!" Blume selbst erklärt: "Es ist doch logisch, dass ich Musik unterrichten will, wo ich sie so sehr liebe!" Neben dem Schul- und Privatunterricht arbeitet Blume an viele Projekten, oft mit seiner Frau, Julie Spencer. Vor kurzem haben die beiden Gedichte von Heinrich Heine vertont und die CD "Ein neues Lied, ein besseres Lied" herausgebracht. Das neuste Projekt des Ehepaars ist das "multikulturelle Crossover Weltmusikensemble ASAVARI". Zusammen mit dem Mongolen Enkhjargal Dandarvaanchig und dem Iraner Jamal Samavati vereinen sie Jazz mit traditionellen Klängen aus der Mongolei und Persien. Für Blume steht fest: "Ohne Musik vertrocknet die Seele."


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