Heiliger Hildegard gedenken
03.09.2010 - BINGEN
RUPERTSBERGER ABENDE Veranstaltungsreihe beginnt heute
(red). Hildegard von Bingen, die Heilige vom „Rhein-Nahe-Eck“ und Prophetin der Deutschen, wird auch im Hildegardherbst 2010 mit zahlreichen Beiträgen geehrt und somit in ihrer großen Bedeutung gewürdigt. Auch die Rupertsberger Hildegard-Gesellschaft Bingen leistet ihren Beitrag. So wird sich unter anderem die Themenreihe „Rupertsberger Abende“ an drei Abenden im September mit den Briefen Hildegards beschäftigen, wozu die Rupertsberger Hildegard-Gesellschaft einlädt.
Hildegard führte einen umfangreichen Briefwechsel mit allen Schichten der mittelalterlichen Gesellschaft. Prophetische Rede, seelsorgerische und ermutigende Worte, aber auch schwierige Konflikte bestimmen die vielfältigen Inhalte ihrer Briefe.
Los geht es am heutigen Freitag, 3. September, um 19.30 Uhr im Rupertsberger Gewölbe, am Rupertsberg 16, Bingerbrück. Die nächste Veranstaltung in der Themenreihe - „Rupertsberger Abende“ findet am Freitag, 10. September, um 19.30 Uhr ebenfalls im Rupertsberger Gewölbe statt.
Diesmal geht es um Hildegard von Bingen und Richardis von Stade - eine vollkommene Liebe und geistliche Freundschaft und die Erfahrung von Enttäuschung, von Schmerz und einem tragischen Ende.
Im Erstlingswerk Scivias beschreibt Hildegard von Bingen ihre besondere Liebe und geistliche Freundschaft zur adeligen Nonne Richardis von Stade. Als Richardis darum bittet, das Kloster auf dem Rupertsberg verlassen zu dürfen, um selbst das Amt einer Äbtissin anzunehmen, versucht Hildegard, dies mit Macht zu verhindern. Richardis wird Äbtissin im Kloster Bassum. Wenig später stirbt sie.
Frage nach Liebe und Freundschaft
Der Vortrag beschäftigt sich am Beispiel der Freundschaft zwischen Hildegard von Bingen und Richardis von Stade mit der Frage von Liebe und Freundschaft, Bindung und Freiheit, Distanz und Nähe. Pfarrer Dr. Wolfgang Schuhmacher referiert auch an diesem zweiten Abend.
Die dritte Veranstaltung findet am Freitag, 24. September, um 19.30 Uhr an gleichem Ort statt. Der Titel lautet „Zwischen Auftrag und Erfüllung - Die prophetische Sendung Hildegards in ihren Briefen.“ Ohne die prophetische Sendung Hildegards sind ihre Briefe an die unterschiedlichen Adressaten nicht zu verstehen. Auf der einen Seite erfahren die Empfänger der Briefe Hildegard ganz menschlich und nahe.
Weitere Angebote sind unter anderem eine Exkursion zu den Stätten der Kindheit und Jugendzeit Hildegards von Bingen am Sonntag, 5. September, ab 9 bis circa 18 Uhr. Abfahrt ist am Museum am Strom. Eine Anmeldung im Kulturbüro ist erforderlich.
Das Museum am Strom eröffnet am Montag, 6. September, die Sonderausstellung: „Himmelsglanz und Höllenpein. Visionsbilder des Mittelalters.“ Ein Festgottesdienst zu Ehren der hl. Hildegard mit anschließendem Pfarrfest findet am Sonntag, 19. September, 10 Uhr, in der Hildegardgedächtniskirche statt.
„Auf den Spuren Hildegards von Bingen - Ihr Werk und Wirken“ heißt es am Sonntag, 25. September, von 9.30 bis ca. 17.30 Uhr. Abfahrtsort für die Exkursion ist am Museum am Strom.

