Was tun bei Zwischenfall in Biblis? Katastrophenschützer proben Ernstfall in Bingen
28.08.2010 - BINGEN
Von Thomas Haag
In einer groß angelegten Übung haben die Katastrophenschutzeinheiten des Landkreises Mainz-Bingen am Samstagvormittag in Bingen den Aufbau und Betrieb einer Notfallstation geübt. Dabei waren im Bereich um die Rochusrealschule im Binger Stadtteil Büdesheim rund 170 Katastrophenschützer aus verschiedenen Organisationen im Einsatz. Über 100 weitere Helfer sorgten als Statisten für einen realistischen und praxisnahen Übungsablauf.
Bei der Übung geht es darum, den Aufbau und Betrieb einer zentralen Station zu trainieren, die im Ernstfall Katastrophenopfer aufnimmt, versorgt und deren weitere Behandlung koordiniert. Im Falle der Übung am Samstag war ein Störfall mit radioaktiver Verseuchung im Atomkraftwerk Biblis das Katastrophen-Szenario.
Beteiligt an dem Einsatz waren laut Kreisverwaltungspressesprecher Thomas Zöller Einheiten der Feuerwehren aus dem Landkreis, darunter der Gefahrstoffzug des Kreises, Einheiten des THW, das DRK, die Malteser, die Schnelleinsatzgruppe des Kreises und auch DLRG und die Notfallseelsorger.
Notfallstation einrichten als erste Anlaufstelle
Zu dem Übungsauftrag für die Einrichtung der Notfallstation gehörte die Einrichtung von verschiedenen Stationen, in denen Opfer aus dem Katastrophengebiet zunächst auf Strahlung untersucht, gegebenenfalls dekontaminiert, medizinisch versorgt, psychologisch betreut und im Bedarfsfall auf Krankenhäuser oder andere Notfall-Einrichtungen verteilt wurden. Besondere Aufmerksamkeit wurde bei der Katastrophenschutz-Übung auch auf die Bereiche Information der Bevölkerung, Logistik und Kommunikation gelegt. „Es geht beim Betrieb einer solchen Notfallstation im Ernstfall nicht um die Versorgung schwer verstrahlter Menschen“, erläutert KV-Sprecher Zöller.
Im Mittelpunkt stehe der Aufbau einer organisierten ersten Anlaufstelle für die Teile der Bevölkerung, die etwa in einem Ernstfall einer Aufforderung, ihr Heim zum Selbstschutz zunächst nicht zu verlassen, nicht hätten folgen können. Das Ziel der Übung, die Abläufe bei Aufbau und Betrieb einer Notfallstation „möglichst realitätsnah zu testen“, sei erreicht worden, zogen die Katastrophenschützer des Landkreises am Samstag beim Übungsende gegen 12.30 Uhr eine erste positive Zwischenbilanz.

