Von Daniela Elsässer
SONG-WETTBEWERB Stefan-George-Gymnasiast hofft auf Unterstützung für sein Lied „Ausgemacht“
„Einmal bei Rock am Ring zu spielen“, das ist der große Traum des 15-jährigen David Justen aus Seibersbach. Vor Tausenden von Zuschauern auf der Bühne stehen und den Ausblick auf das Publikum genießen. Rockige Klänge schlägt der Schüler des Stefan-George-Gymnasiums in Bingen bereits jetzt an - und hat sich mit seinem selbst geschriebenen Lied „Ausgemacht“ bei „Dein Song“, einem Wettbewerb von KI.KA und ZDF tivi, beworben. Unter den zahlreichen Bewerbern wurde er jetzt ausgewählt und darf an einer Online-Abstimmung teilnehmen, die gestern begonnen hat. Insgesamt acht Teilnehmer stellen sich dort mit ihren Musikvideos dem Urteil der Internetnutzer. Wer bis zum 9. August die meisten Stimmen erhält, hat sich direkt für die zweite Runde qualifiziert. Dort dürfen dann insgesamt 16 Bewerber ihr musikalisches Können vor einer Jury beweisen. „Die besten Acht schaffen es in die Finalshow, in der dann die Zuschauer entscheiden“, erklärt David Justen.
Wer es in die Runde der besten 16 schafft, auf den wartet allerdings noch ein weiteres Bonbon: die Aufnahme mit einer richtigen Band. Selbstgeschriebene Songs hat der Seibersbacher auf jeden Fall genug. „Vier Lieder sind bereits fertig, einige gerade am Entstehen“, erzählt er. „Meistens fange ich zunächst mit der Melodie an, klimpere ein bisschen auf der Gitarre herum und schaue, was sich ergibt“, erklärt David Justen. „Dann denke ich mir eine Melodie für die Strophe und den Refrain aus, dann für den Gesang. Wenn das Grundgerüst steht, kommt der Text dazu.“
Auf diese Weise ist auch „Ausgemacht“ entstanden. Der Titel handelt von der Todesstrafe in den USA und einem Gefangenen, der unschuldig zum Tode verurteilt wird. „Wir haben uns in Religion mit der Todesstrafe beschäftigt, ich habe dann länger darüber nachgedacht und mir überlegt, einen Song dazu zu schreiben“, berichtet David Justen, warum er sich für ein solch ernstes Thema entschieden hat. „In meinen Texten beschäftige ich mich immer mit Themen, die mich auch selbst bewegen“, erklärt er. Und dabei singt er stets auf Deutsch, „weil ich möchte, dass meine Zuhörer verstehen, worum es geht“.
Zum Gesang ist David Justen dabei eigentlich nur zufällig gekommen. „Ich war Gitarrist im Schulorchester, und irgendwann ist mein Lehrer auf mich zugekommen und meinte: ‚Du wolltest doch schon immer mal singen.‘“ Auch wenn der Lehrer mit dieser Vermutung nicht ganz richtig lag, ist David Justen heute zum Sänger im Schulorchester geworden. Um seine Gesangsfähigkeiten zu verbessern, nimmt er regelmäßig Unterricht in einer Musikschule. „Dort bekomme ich viele hilfreiche Tipps, zum Beispiel, richtig rauszusingen und die Stimme nicht im Hals zu lassen.“
Bei Auftritten hat der Seibersbacher trotz viel Übung allerdings immer noch Lampenfieber. Ein Mal pro Jahr steht er mit dem Orchester der Schule auf der Bühne und spielt außerdem noch mit Freunden in einer Band. In der Vorschule hat er bereits mit dem Akkordeonspielen angefangen und kam dann über die akustische zur elektronischen Gitarre. Seine Eltern Heike und Dieter Justen haben ihn bei seinen Vorhaben bisher immer tatkräftig unterstützt. Jetzt fehlen nur noch genügend Stimmen. In Internet-Foren, bei Schüler-VZ und per ICQ will David Justen deshalb ordentlich die Werbetrommel rühren.

