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Bingen 

20 Euro für Hunde ohne Leine

25.06.2010 - BINGEN

GEFAHRENABWEHR Haupt- und Finanzausschuss plädiert für erhöhte Bußgelder / Stadtrat entscheidet am 1. Juli

(cts). Tauben füttern und Hunde ohne Leine werden richtig teuer. Mit der Stimmenmehrheit von CDU, FWG und FDP geht die Empfehlung der Binger Parteien in den Stadtrat: Erhöhter Druck mit Bußgeld soll für mehr Sauberkeit und Sicherheit in der Stadt sorgen.

Die seit zwei Jahren gültige Gefahrenabwehrverordnung erwies sich als zahnloser Tiger: ohne Bußgeld keine Handhabe für die Ordnungskräfte. Die Mehrheit im Haupt- und Finanzausschuss gab Ordnungsamtsdezernent Michael Hanne (FDP) darum grünes Licht. Nichtanleinen kostet laut Entwurf 20 Euro, Zigarettenkippen wegschnippen zehn Euro und Grillen im Park bis zu 50 Euro.

Appelle und Anstand allein reichten nicht aus. Zwar kein Gesetz, aber eine Verordnung gibt Rückendeckung: die „Gefahrenabwehrverordnung zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung“. Seit zwei Jahren ist das Papier in Kraft. Zeit für eine Zwischenbilanz.

„Ordnungskräfte sprechen nur mündliche Verwarnungen aus“, so Dezernent Michael Hanne. Die Gangart soll jetzt verschärft werden. Der Haupt- und Finanzausschuss diskutierte kontrovers über einen Bußgeldkatalog. Grüne und Sozialdemokraten lehnen das Papier ab. „Soziale Probleme zwischen Menschen sind nicht per Bußgeld zu regeln“, ärgert sich Grünensprecher Jens Voll.

CDU-Fraktionssprecher Frank Berlep unterstützt den Vorstoß des FDP-Dezernenten. „Wir wollen den Job der Ordnungskräfte erleichtern“, so Hanne. Als Vorbild dienten Alzey, Idstein, Wiesbaden, Mannheim und Frankfurt. „Allerdings werden wir sicher nicht die Idee vom Fähnchen im Hundehaufen kopieren“, betont Hanne.

Die Gefahrenabwehr-Verordnung ist aus dem Bürgerwunsch nach mehr Sauberkeit im Stadtbild hervorgegangen. Mehr Macht gegenüber Müll-Wegwerfern, Beetpflanzen-Dieben und Tauben-Fütterern war das Ziel. Eine Arbeitsgruppe der Binger Agenda hatte sich dem Thema angenommen. Bitten und Appelle reichten jedoch nicht aus. Mit der Landesgartenschau und neuen Grünanlagen nahm der Gedanke erneut Fahrt auf. Es sollte nicht verwahrlosen, was für viel Geld umgebaut worden war.

Als ordnungswidrig gelten Tauben füttern, Rasen verunreinigen, auf Fußwegen radeln oder wildes Zelten. Grillen in Parks, Plakate kleben oder Schauspielern ohne Genehmigung sind verboten. Die theoretische Geldbuße von bis zu 5000 Euro wurde seit der Einführung nie ausgesprochen.

Übrigens: Fiffi muss auch auf Feldwegen nicht nur „bei Fuß“, sondern ans Hundeband sobald sich eine andere Person nähert. Hundehalter sollten sich zudem vor dem Wingert-Spaziergang über Brut- und Setzzeiten schlau machen. Denn dann gilt durchgehend Anleinpflicht.

Abschließend wird die Sitzung des Stadtrates am 1. Juli über den Binger Bußgeldkatalog entscheiden. „Wir wollen die Liste auf Karten drucken, verteilen und nach einem halben Jahr wird’s ernst“, so Michael Hanne zum Prozedere.“

VERWARNUNGSGELDVORSCHLAG

Plakate anbringen ohne Genehmigung (20 bis 50 Euro), Werbemaßnahmen oder Schauspielerei in öffentlichen Anlagen ohne Genehmigung (30 Euro), Zelten im Park (35 Euro), Hundekot in Parks und auf Spielplätzen (80 Euro), Radfahren in Fußgängerzonen und Parkanlagen (10 Euro)

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30.06.2010 Dieser Kommentator ist bei uns nicht registriert.

Kommentar eines Hundebesitzers

Liebe Mitmenschen, die ihr keine Hunde habt
UND (ich betone UND) diese auch nicht leiden
könnt! Ihr habt ja so Recht!

Was sind wir Hundebesitzer nur für ein
schreckliches Volk?

Und zwar alle. Egal, ob Dackelbesitzer,
Kampfhund-, Mischlings-, Doggen- oder
Mopsbesitzer. Wir sind alle schlechte
Menschen und schlechte Menschen haben keine
guten Hunde.
Und ja: unsere Hunde haben Zähne, also sind
sie böse!

Es tut mir so leid!
Ich möchte mich entschuldigen und euch
mitteilen, dass ich aus meinen Fehlern
gelernt habe:

1. Ich werde mich nie wieder auf einem
öffentlichen Waldweg aufhalten, wenn ihr,liebe Fahrradfahrer, diesen benutzen möchtet.
Dabei finde ich es völlig in Ordnung, wenn ihr nicht klingeln, nicht bremsen,geschweige
denn eine kleine Kurve um mich und meinen Hund herum fahren wollt. Der Wald gehört Euch!

2. Ich werde nie wieder einem schlecht
gelaunten Rentner widersprechen, der mich mit übelsten Schimpfworten belegt, weil ich
einen Hund habe (der an der Leine neben mir läuft
und den Rentner nicht mal angeatmet hat!).
Rentner dürfen das. Rentner müssen auch nicht grüßen, schon gar keine Hundebesitzer.

3. Ich finde es völlig in Ordnung, wenn im Sommer Heerscharen von Menschen in die
Naherholungswälder einfallen und dort
ungehemmt ihre Notdurft verrichten. Menschen
dürfen das. Ich erkläre meinem Hund, dass es unfein ist, menschliche Hinterlassenschaften
in der Nähe des Wegesrandes aufzuspüren.
Menschen finden das ekelig!
Nur Hundebesitzer müssen Kottüten bei sich tragen.

4. Liebe Mütter! Natürlich dürft ihr Euren Kindern im Wald die Windeln wechseln. Das ist
ja auch völlig legal. Bei all den
mütterlichen Pflichten ist es wirklich auch
zuviel verlangt, die Windeln in die nächste
Mülltonne zu werfen. Werft sie ruhig in die
Büsche. Dann frisst mein Hund eben heute mal
frisches Baby-Häufchen. Das bringt
Abwechslung auf den Speiseplan!

5. Liebe Mitmenschen, die ihr so romantisch
in freier Natur grillt. Natürlich ist man
danach viel zu müde, um seinen Müll wieder
mitzunehmen. Das ist ja völlig verständlich!
Nicht wahr, liebes Ordnungsamt? Da kneift
man gerne mal ein Auge zu. Mein Hund, der
dankenswerter Weise ja TEILWEISE ohne Leine
laufen darf (Danke, Danke! Danke!) kann sich
nie entscheiden, ob er zuerst in eine
zertrümmerte Bierflasche treten oder an
Euren
Grillresten ersticken soll!

6. Liebe Jogger, natürlich habt ihr Recht.
Im
Wald muss man nie mit unvorhersehbaren
Dingen
rechnen. Im Wald dürfen weder Kinder,
langsame ältere Menschen, noch Hunde Euren
Weg kreuzen und euch nötigen, euer Tempo zu
drosseln oder einen kleinen Ausfallschritt
zu
machen. Der Wald gehört Euch! Wir
Hundebesitzer können unserem Hund ja auch
einfach auf einem Laufband im Wohnzimmer
Bewegung verschaffen!

7. Ich erwarte nie wieder, dass man höflich
Danke sagt, wenn ich meinen Hund am
Wegesrand
ins Platz lege, damit eine Gruppe laut
klappernder Nordic Walker ungestört ihres
Weges ziehen kann. Nordic Walker müssen
nicht Danke sagen. Niemand muss Danke zu mir
sagen. Ich bin ein Hundebesitzer!

Liebe Mitmenschen, ich bilde meinen Hund aus
und bringe ihm Gehorsam bei, damit er im
Wald nicht atmet, wenn sich uns ein
Nicht-Hunde-Mögender-Mensch nähert.Ich habe
meinem Hund beigebracht, liegen zu bleiben,
wenn eine ängstliche Person sich uns nähert,
damit wir anschließend beschimpft werden.Ich
nehme gerne Rücksicht auf meine Mitmenschen,
ohne ähnliches zurück zu erwarten!

Und noch eins: Liebe wohlwollende Rentner
und Hunde-Mögende Mitmenschen.
Ich weiß,
dass es euch gibt
Vereinzelt habe ich Euch auch
schon getroffen. Gerne würde ich mich öfter
mit euch unterhalten und mein Hund mag es,
wenn ihr ihn streichelt. Leider sind wir
immer auf der Flucht! Nehmt es uns nicht
übel, wenn wir uns andauernd hinter
irgendwelchen Büschen verstecken. Verratet
uns nicht! Wir sind illegale Waldbesucher!
Danke!

29.06.2010 günter müller, dieser Kommentator ist bei uns registriert.

Gefahrenabwehr-Verordnung

Die Verordnung ist in ihrer Umsetzung wirklich ein zahnloser Papiertiger über den von Missachtenden höchstens gelächelt wird..Nachdem man sich im Stadtrat Arbeit gemacht hat werden Verordnungen im Interesse der meisten Bürger erlassen.Wenn es nicht zu den eigenen Interessen passt werden viele Verordnungen von einer Vielzahl der Bürger häufig bewusst missachtet. Die Risiken dabei sind gering bis überhaupt nicht vorhanden.Z.Bsp. Fußgängerzone und Parkanlagen wurden im Interesse der Fußgänger und der Attraktivität auch für Touristen so beschlossen; eine immer größere Zahl von Radfahrern interessieren die sehr guten Beschilderungen überhaupt nicht, kann ja nix passieren. D a s hat nichts mit sozialen Problemen zu tun sondern mit charakterlichen, es ist einfach rücksichtslos.
Die beste Möglichkeit hier zu überzeugen ist mit kostenpflichtigen Verwarnungen.Mit den Kosten wächst oft auch die Einsicht(Übrigens auch die Meinung aus Kreisen der Polizeigewerkschaft). Es gibt Beispiele dafür in Städten ! Natürlich kosten Kontrollen Geld. Verordnungen und Gesetze sind aber nur so umzusetzen. Geschieht das nicht, machen sich Verordnungsgeber unglaubwürdig. Die Einhaltung von Verordnungen einer kleiner werden -den Zahl von immer ärgerlicher wer-denden Gutwilligen zu überlassen ist keine gute Lösung. Es geht um viel mehr als nur Hundehaufen. Es geht darum Verordnungen Achtung zu verschaffen und damit dem Verordnungsgeber. Das ist im Interesse der Mehrzahl der Bürger und auch unseres Stadtrates. Ich wünsche dem Stadtrat eine in dieser Hinsicht klare Entscheidung und bedanke mich bei Herrn Hanne für seinen mutigen Vorstoß über den sicher viele Bürger sehr erfreut sind.

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