Spannende Erfahrung im Tresor: Viertklässler besuchen Sparkasse Rhein-Nahe
03.06.2010 - BINGEN
Von Christine Tscherner
„Wie kommen die Geldscheine in die Automaten?“ Schüler aus Gensingen konnten zum Abschluss des Projekts „Schüler lesen Zeitung“ der Allgemeinen Zeitung die Sparkasse Rhein-Nahe in Bingen besuchen. Für die Banker sind Zehnjährige im Tagungsraum die Ausnahme; für die Viertklässler geriet der Vormittag viel spannender als erwartet.
Überwachungskameras richten ihre Linse auf die Schülergruppe. „Wo ist denn hier der Tresor“, fragt ein Viertklässler keck. Was mit dem Taschengeld auf dem Konto passiert? Was macht ein Banker den ganzen Tag? Und ob die Sparkasse genauso eine Bank ist wie die in Frankfurter Hochhäusern? Die Liste mit den Schülerfragen ist nicht nur lang. Sie verrät auch viel.
Viertklässler kennen Paypal vom Ebay-Einkauf der Eltern. Sie wissen, dass Geheimnummern ins Hirn müssen und nicht auf den Handrücken geschrieben. Sie sehen das Buchen von Flügen mit Kreditkarte und Supermarkt-Rechnungen mit Plastikkarten bezahlen.
Staunen über Panzerglas und Geldscheinbündel
Der Bankkontakt daheim geht selten über Online und Geldautomat hinaus. „Kein Wunder, dass die Kinder so viele Fragen haben“, findet Lehrerin Silvia Kubek. Die Mitarbeiterin hinter Panzerglas an der Kasse löst Staunen aus. Ebenso das dicke Bündel Bargeld, das Mitarbeiterin Maren Mörsfelder in die Prüfmaschine legt.
Ein feines Fremdwort schnappen die Grundschüler auf. „Diskretion“ gilt es nämlich im Bankfoyer zu wahren. Schilder mit „Bitte Abstand halten“ weisen darauf hin. Und eine Sichtwand trennt den „Diskretionsschalter“ vom übrigen Raum ab.
Jürgen Berg als Vertriebsleiter von elf Sparkassen-Geschäftsstellen erklärt den Unterschied zwischen Banken und Sparkassen. „Wir sind nämlich für die Leute vor Ort zuständig.“ Auf sieben Milliarden Euro beziffert er das Kundengeld der Sparkasse Rhein-Nahe. „Das wäre in Ein-Euro-Münzen ein Stapel von hier bis zum Mond und zurück.“
Abschluss von vier Zeitungswochen
Für Klassenlehrerin Silvia Kubek ist der Vormittag in der Binger Sparkassen-Geschäftsstelle ein echter Lernerfolg: „Der Gang zum Schalter mit den Eltern gehört heute nicht mehr zum Alltag.“ Aber: Ein klassisches Sparbuch haben fast alle, ein Taschengeldkonto sechs von 23 Schülern.
Seit drei Jahren beteiligt sich die Sparkasse Rhein-Nahe als Projektpartner an „Schüler lesen Zeitung“. Die Einladung an Grundschüler im Rahmen der Aktion des Verlagshauses hatte jedoch Premiere. Die Schüler der 4a aus Gensingen konnten zum Abschluss von vier Zeitungswochen im Unterricht einen Vormittag lang hinter die Kulissen eines Bankinstituts schauen. Das Fazit von Alexander (9), Gülhan (10) und Marie (9) ist in Häkchen ablesbar: Hinter ihrer langen Fragenliste.

