Hilfe für Jennifer und andere
31.05.2010 - BINGERBRÜCK
Von Franziska Brichta
TYPISIERUNG 436 Bürger lassen sich in Knochenmarkspenderdatei eintragen
Mit 436 Typisierungen und 6 637 Euro Bar- und EC-Spenden ist die Typisierungsaktion der Deutschen Knochenmarkspenderkartei (DKMS) und der lokalen Initiativgruppe „Hilfe für Jennifer und andere“ schon jetzt als voller Erfolg zu verbuchen. 436 Neueinträge in der Deutschen Knochenmarkspenderkartei (DKMS) stehen für 436 Menschen, die sich am vergangenen Samstag in der Mehrzweckhalle der Grundschule am Mäuseturm in Bingerbrück eingefunden haben, um sich typisieren zu lassen. Doch vor allem stehen sie für 436 neue Chancen auf Heilung für Jennifer K. und auch andere, die wie sie an Leukämie erkrankt sind.
Die zur Heilung notwendige Transplantation kann jedoch nur erfolgen, wenn die Gewebemerkmale des Stammzellspenders nahezu vollständig mit denen des Patienten übereinstimmen. Ob sich so ein „genetischen Zwilling“ für Jennifer unter den 436 Spendern befindet, wird sich erst in ein bis zwei Monaten sicher sagen lassen. „Jennifer hat leider sehr exotische Gewebemerkmale, weswegen es besonders schwierig ist, einen passenden Spender zu finden“, erklärt Linda Mense von der DKMS. Obwohl in der DKMS über zwei Millionen Menschen als potenzielle Stammzellspender registriert sind, konnte für Jennifer bisher noch kein passender Spender gefunden werden. „Generell kann man sagen, dass es in Deutschland für jeden fünften Leukämieerkrankten keinen passenden Spender gibt“, sagt Mense und betont, wie wichtig es deswegen sei, möglichst viele Menschen in die Knochenmarkspenderkartei aufzunehmen.
Umso erfreulicher sei die rege Beteiligung der Menschen aus der Region an der Aktion in Bingerbrück. Die fleißigen Spender, erkennbar am weißen Pflaster in der Armbeuge, tun sich nach getaner Mission am großen Kuchenbuffet oder dem Angebot der Würstchenbude gütlich. „Ich habe von der Aktion durch einen Aushang erfahren und da ich Krankenschwester bin, war für mich klar, dass ich da mitmache“, berichtet Inna Scheibel aus Hüffelsheim. Dominic Schöpfer und Sergej Menich aus Bingen beantworten die Frage, warum sie sich typisieren lassen, ebenfalls eindeutig: „Weil wir helfen wollen.“
Auch Oberbürgermeisterin Birgit Collin-Langen, die zusammen mit Landrat Claus Schick die Schirmherrschaft über die Aktion übernommen hat, nutzt die Gelegenheit, um sich in der Deutschen Knochenmarkspenderkartei registrieren zu lassen. Von der Zusammenarbeit zwischen DKMS, Initiativgruppe und allen freiwilligen Helfern zeigt sie sich beeindruckt und bestätigt: „So etwas kann man nur im Team schaffen.“
Mit den 2 500 Euro, die Birgit Collin-Langen gemeinsam mit dem Kreisbeigeordneten Burkhard Müller und Annette Lippert von der Sparda Bank Südwest als Scheck an Monika Kossock und Roland Herrmann von der Initiativgruppe „Hilfe für Jennifer und andere“ und Nina Pries von der DKMS überreichte, und den von den Besuchern gespendeten 6637 Euro können weitere Typisierungen finanziert werden. 50 Euro kostet schließlich allein die Typisierung eines Spenders.
Monika Kossock und Roland Herrmann sind von dem Engagement der Bürger und der vielen Helfer beeindruckt: „Selbst die, die aus gesundheitlichen Gründen kein Blut spenden konnten, haben dann eben einen Kuchen mitgebracht oder durch Geldspenden die Typisierung anderer finanziert.“
Die Hoffnung, dass sich unter den 436 Menschen vielleicht der passende befindet, geben sie jedenfalls nicht auf: „Wie groß die Chance ist, den richtigen dabei zu haben, kann man nicht sagen, aber unsere ganze Hoffnung für Jennifer steckt in dieser Aktion. Jetzt müssen wir noch ein paar Wochen bangen.“

