Frost hinterlässt Narben im Asphalt
11.03.2010 - BINGEN
BAUHOF Lange Periode mit Minusgraden hat auf Binger Straßen zahllose Schlaglöcher aufgerissen
(lef). Am Samstag waren sie noch mit dem Schneeschieber unterwegs, am Montag wurde der gegen Kaltmischgut getauscht - denn der harte Winter hat den Straßen zugesetzt. Frost hat nicht nur die Zähne klappern, sondern auch die Straßen aufbrechen lassen. Und Löcher in den Straßen reißen Löcher in die Stadtkasse. Wenn der Schnee bisher auch nur zeitweise getaut war, so wurden sie doch sichtbar: zahlreiche größere und kleinere Schlaglöcher.
Die kleinen sind ein Fall für Klaus Peter Heyns Team vom Bauhof: Reiner Bunde und Christian Hellmeister sind in diesen Tagen vor allem damit beschäftigt, die Lücken in den Straßen zu schließen. Die Liste ist lang: Hitchinstraße und Rochusallee, Saarlandstraße und Waldstraße stehen beispielsweise darauf, denn hier muss etwas geschehen. Zum Teil sind so große Löcher aufgetaucht, dass sich diesbezüglich auch schon Bingerinnen und Binger an die AZ wandten.
Zur Reparatur der Fahrbahndecke wird nun so genanntes Kaltmischgut eingesetzt. Wie der Name bereits verrät, kann damit auch bei diesen Temperaturen gearbeitet werden. "Das ist bei minus 25 bis minus 45 Grad einzusetzen", liest Heyn von einem der Eimer ab, in denen sich die schwarze Masse befindet.
Die richtig großen Schlaglöcher allerdings müssen noch warten: Die sollen Fremdunternehmen dicht machen, und dass muss mit Heiß-Material geschehen, weiß auch Heyn. Wenn es nachts ungefähr schon zehn Grad Celsius im Plusbereich warm ist, kann es losgehen mit der Reparatur der gravierenderen Schäden auf den Straßen, glaubt Heyn. Nach dem so genannten Patch-Verfahren soll die Verkehrssicherheit auf Binger Straßen dauerhaft wieder hergestellt werden. Vor allem auch an den Bushaltestellen sind große Löcher sichtbar geworden, um die sich Firmen kümmern müssen.
Bunde und Hellmeister vom Bauhof sind indes täglich draußen unterwegs und melden, wenn sie Schlaglöcher sehen. Bei manchen fackeln sie nicht lange und stopfen das Loch direkt. Andere kommen auf die Prioritätenliste, die Schritt für Schritt abgearbeitet wird.
Jede Schadstelle wird dann von Schmutz und Staub gereinigt, und lose Teile werden entfernt. Das Kaltmischgut verteilt sich in vielen schwarzen Körnchen in dem Loch, per Brenner wird es warm gemacht und so fixiert. Auch Sand und Zement haben die Männer dabei, um das Material zu binden. Per Rüttler wird zum Schluss dafür gesorgt, dass das Flickwerk hält.
Wie lange, das kann keiner sagen. "Es kommt auf die Verkehrsdichte in der Straße an", sagt Heyn. Zugleich ist er überzeugt: "Was wir machen, das hält."
Mischgut, um sämtliche Lücken damit zu füllen, haben Heyn und seine Männer genug. Doch schon jetzt übersteigt der Materialauwand für die Sicherung der Schäden durch Frost den der Vorjahre deutlich, sagt der zuständige Dezernent und Bürgermeister Thomas Feser: "Ein direkter Kostenvergleich wird erst nach Abschluss der Arbeiten und Eingang der Rechnungen für die dafür verwendeten Materialen möglich sein." Er rechne aber bereits mit einem Kostenmehraufwand für Kaltbitumen von rund 6000 Euro, der in den bisherigen Haushaltsanmeldungen nicht berücksichtigt sei. Wenn Firmen schließlich die großen Löcher schließen, so stünden da nochmal rund 20000 Euro unterm Strich, schätzt der Bürgermeister.
Und weil die Reparatur nicht überall kurzfristig möglich ist, hat die Stadt an besonders gefährlichen Stellen Tempo 30 verfügt und Warnhinweise aufgestellt.
Auf der L 417 im Bereich der Hitchinstraße, und zwar vom Aral-Kreisel bis zur Saarlandstraße am Ortseingang Dietersheim, ebenso in Büdesheim auf der L 414, also der Dromersheimer Chaussee von der Altdeutschen Weinstube bis zum Bannzäuner Weg, sowie in Bingerbrück am Rupertsberg, von der Bingerbrücker Straße bis zur Koblenzer Straße, gilt ab sofort Fuß vom Gas.

