Von Katrin Schiefer
KABARETT Uta Rotermund zieht gegen Machos und Blondchensyndrom ins Feld / "Damenwahl" mit mehrfachem Rollentausch
Am internationalen Frauentag begab sich keine geringere als die wahre "erste Kanzlerin" Uta Rotermund mit ihrem Kabarett-Programm "Damenwahl" auf die Binger Bühne.
Die gebürtige Dortmunderin lief zu Höchstformen auf und brachte den ausverkauften Saal zum Kochen; einzig und alleine die "Quotenmänner" im Publikum hatten wenig zu lachen. Die "pinke Powerfrau" fuhr die Krallen aus und ließ kaum ein gutes Haar an der Männerwelt. Während ihres zweistündigen Programms schlüpfte Rotermund in die verschiedensten Frauenrollen, präsentierte aufregende Bühnenoutfits und teilte bei ihrem Rundumschlag von Politik über Gesellschaft bis ins Privatleben ordentlich aus.
Ihre Spontanität bewies die erfahrene Kabarettistin immer wieder in der Interaktion mit dem Publikum - Berührungsängste schien sie dabei keine zu haben. So riet sie einer Besucherin gleich zu Anfang, ihrem Begleiter nicht den Arm zu tätscheln, denn er müsse das jetzt noch zwei Stunden aushalten.
Mit ihren bissigen Kommentaren und der unverblümten Art schien Uta Rotermund vielen Frauen aus der Seele zu sprechen, was der beipflichtende Applaus des Publikums immer wieder bewies.
In der Rolle der promovierten Sozialwissenschaftlerin Dr. Irmgard Töbel-Schleierkraut mit dem Spezialgebiet Männerkunde berichtete die ehemalige Journalistin von ihrer Aufräum- und Entrümplungsaktion in Berlin.
Sie habe kurzerhand das erste Platzhirschmuseum eröffnet, in dem ihre Vorgänger nun in Glasvitrinen ihre Ego-Tripper auskurierten. Schröders Vitrine werde von Gazprom beheizt, Westerwelle benötige spezielles Glas mit Profilverstärker und Stoiber einen Sprachtrainer, informierte die "wahre Kanzlerin".
Als blond gelockte Nicole präsentierte Rotermund ihr neues Familienunternehmen "RAF - Rent A Family". Die Leihmutter sei stark gefragt, schließlich backe man ja auch Kuchen aus der Tüte. Außerdem wisse jeder: "Kinder sind unsere Zukunft."
Schließlich gab Verena von "Separitas" wertvolle Tipps, wie man mit Feng Shui das Chaos aus dem Leben entfernt. Klang, Wasser, Feuer und Erde sorgen am Ende für Harmonie - doch weniger Arbeit habe Frau erst, wenn sie keinen Mann mehr über ihre Schwelle lasse, lachte die toughe 55-Jährige aus dem Ruhrgebiet.
Aber nicht nur die Männer bekamen ihr Fett weg, auch über das Blondchensyndrom und den seltsamen Mist, den manche Frauen von sich geben, ärgerte sich Rotermund. Vor allem Doris Schröder-Köpf, Gloria von Thurn und Taxis und Eva Hermann standen auf ihrer roten Liste.
Doch am Ende blieb ihr nur noch das eine Fazit: "Männer und Frauen sind verschieden. Wir leben eben in unterschiedlichen Welten." Dafür gab es vom Publikum anerkennend "standing ovations" - und passend zum Outfit einen rosa-roten Blumenstrauß von der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Bingen, Sabine Wentzel-Lietz.


"positive Diskriminierung"
Heutzutage werden die Männer systematisch benachteiligt und das ganze auch noch "positive Diskriminierung" genannt. Beispiele: Wehrpflicht, Zwangsdienst Zivildienst, Gesundheitspolitik, Rentenrendite, Riester, Scheidung, öffentlicher Dienst, kein Wahlrecht für Gleichstellungsstellen-weder aktiv noch passiv, etc. pp.
Das schlimmste ist jedoch, dass unsere männliche Jugend durch Aktionen wie "Girls Day", "Rhetorik- Training für Mädchen", "Weltfrauentag" und durch eine durchweg weibliche Erziehung systematisch orientierungslos allein gelassen wird oder noch schlimmer, dass versucht wird durch ein Schulsystem, das eher Mädchen fördert, unsere Buben zu verweiblichen. Inzwischen sind die jungen Männer die Bildungsverlierer in Deutschland, die ihr Heil in der irrealen Welt der "Ego-Shooter" mit den bekannten Folgen suchen.
Höchste Zeit, gegenzusteuern.