Von Jacqueline Grünewald
PRINZESS SCHWÄTZERCHEN Fünf Bewerberinnen für neue Amtszeit
Nicht mehr lange, dann ist es wieder soweit: Bingen bekommt ein neues Prinzess Schwätzerchen. Nach zwei Jahren muss die Majestät Ann-Christin Huber ihre Krone abgeben. Auch ihre Prinzessinnen Andrea Blumers und Simone Bell werden demnächst von neuen Gesichtern abgelöst, den Binger Wein zu repräsentieren.
Fünf Bewerbungen für den repräsentativen Job sind im Amt für Touristik eingegangen und sind somit auf dem Schreibtisch von Amtsleiter Dieter Glaab gelandet. Er weiß, wie es für die Kandidatinnen nun weitergeht.
"Ich bin wirklich hocherfreut und sehr stolz, dass doch so ein großes Interesse am Amt des Prinzess Schwätzerchen herrscht. Man muss ja bedenken, dass andere Regionen händeringend Repräsentantinnen suchen." Bereits gestern wurde es für die Kandidatinnen ernst: Bei einem Gespräch mit Glaab erfuhren sie, was nun in den kommenden Wochen und an der Wahl am 3. Juni auf Burg Klopp auf sie zukommt. Von der Geschichte Bingens über Sehenswürdigkeiten bis hin zu den Besonderheiten des Anbaugebiets - die jungen Majestäts-Anwärterinnen müssen sich auskennen.
"Da ist Eigeninitiative von den Mädchen gefordert, gerne stellen wir Prospekte und Informationsmaterial zur Verfügung, aber man sollte schon selbst einmal zum Winzer gehen und sich erklären lassen, wie aus einer Traube Wein wird", rät Glaab. Es sei für die Kandidatinnen wichtig zu wissen, was mit dem Amt des Prinzess Schwätzerchen verbunden ist. Eine Krone und eine Robe machten noch keine Majestät, das Verhalten sei entscheidend.
"Erst einmal muss das Mädchen offen sein, Benehmen haben, lächeln, auf Menschen zugehen und Herzen gewinnen können. Danach kommt das Wein-Verständnis", weiß Glaab.
Für ihn ist die Wahl des Prinzess Schwätzerchens jedes Mal etwas ganz Besonderes: "Auch die selbstständige Wahl der Roben ist sehr aufregend, da schwitze ich wirklich Blut und Wasser, ob die Mädchen sich etwas Passendes aussuchen", lacht er mit einem Augenzwinkern.
"Alle Majestäten waren vollkommen unterschiedlich und es ist immer schade, wenn sie gehen müssen, aber nur so kann auch ein neuer Mensch neuen Schwung in das Amt bringen." Gemeinsame Reisen, Feste und Erlebnisse bleiben in Erinnerung. "Gerade die Reisen sind besondere Höhepunkte der Amtszeit, da ging es nicht nur nach England und Frankreich, sondern auch schon mal in den Kosovo."
Weinmajestäten seien in ihrer eigenen Heimat zwar etwas Besonderes, aber dennoch Vertrautes - in der Ferne sei der Rummel um die Hoheiten sehr viel größer. "Wir haben immer wieder Leute, die in der Tourist-Info anrufen und nach Autogrammen fragen", freut sich Dieter Glaab über das tolle Bild, das die Mädchen immer wieder beim interessierten Publikum hinterlassen.
"Aber allein aus den Bewerbungen heraus kann ich garantieren, dass wir wieder ein ganz tolles Prinzess Schwätzerchen bekommen werden", so stellt Glaab fest.

